Gebären in Geburtshäusern
Gesundheitsreform begünstigt werdende Eltern

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Gesundheitsreform begünstigt werdende Eltern

Bund Deutscher Hebammen - Meldung vom 19.02.2007:

Geringere Kosten für werdende Eltern
GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz stärkt außerklinische Geburtshilfe

Außerklinische Geburtshilfe in Geburtshäusern wird künftig auch im Rahmen der gesetzlichen Krankenkassen finanziell anerkannt. Grund dafür ist eine bisher weitgehend unbemerkte Veränderung im Rahmen der Gesundheitsreform. Danach können die Betriebskosten von Geburtshäusern ab dem Inkrafttreten am 1.4.07 erstmals mit der Krankenkasse abgerechnet werden. Der Vorteil für die Eltern: Sie müssen nicht wie bisher die Betriebskosten bei ambulanten Geburten selbst zahlen; der Vorteil für das Gesundheitssystem: hoch technologisierte Kreissäle werden nicht mit gesunden Schwangeren belegt, sondern sind frei für Geburten, die einer besonderen Überwachung bedürfen. Der Bund Deutscher Hebammen fordert jetzt die Krankenkassen auf, so rasch wie möglich die entsprechenden Verhandlungen zur Übernahme von Betriebskosten von Geburtshäusern zu beginnen.

"Im Bereich der außerklinischen Geburtshilfe jedenfalls wird die Gesundheitsreform ihrem Titel gerecht", freut sich Helga Albrecht, Präsidentin des größten deutschen Hebammenverbandes in einer ersten Würdigung des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz. Danach ist erstmals in der Geschichte des deutschen Gesundheitswesens eine gesetzliche Grundlage für die Abrechnung der Betriebskosten von hebammengeleiteten Einrichtungen im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung geschaffen. Bisher wurden zwar bei außerklinischen Geburten die Hebammenleistungen von der Kasse bezahlt, nicht aber, im Gegensatz zu den arztgeleiteten Kliniken, die Kosten des Trägers. Eltern, die ihre Kinder selbstbestimmt zur Welt bringen wollten, mussten dafür in die eigene Tasche greifen. Ein Paradoxon, schreibt doch auch die Berufsordnung die Hinzuziehung einer Hebamme für jede Geburt vor, während eine ärztliche Anwesenheit bei normalem Verlauf nicht notwendig ist.

"Kostensenkung und eine individuell betreute, entspannte Geburt sind keine Widersprüche", so Albrecht wörtlich. Neben den erheblich günstigeren Betriebskosten von Geburtshäusern in Relation zu Krankenhäusern wird so auch eine weitere Trendwende möglich: Die Abkehr von der Medikalisierung und Pathologisierung von Schwangerschaft und Geburt. Sie sei auch aufgrund der höheren Kostenerstattung in Kliniken zu begreifen. Eine Klinikgeburt wird von den Krankenhausträgern immer öfter als Blankoscheck verstanden. Seit der Umstellung auf die DRG und die damit verbundene Abrechnung nach Standardsätzen sank z.B. der Anteil (kostengünstigerer) ambulanter Geburten von zuvor 10 % auf fast 0%.

Auf der anderen Seite sind in den letzten Jahren, so aktuelle Zahlen vom Statistischen Bundesamt, Kaiserschnitte kontinuierlich angestiegen. Mit rund 28% liegt die heutige Kaiserschnittquote (1995: 18%) damit in Deutschland doppelt so hoch wie die von der WHO für vertretbar erachteten 10-15 Prozent-Rate.

Frauen haben sich, trotz notwendiger Eigenleistungen, diesem Pathologisierungstrend bereits in der Vergangenheit entzogen. So stieg auch im Jahr 2005 die Rate der außerklinischen Geburten: jede 50. Frau entschied sich für eine Geburt außerhalb der Klinik.

Seit 1987 haben sich in Deutschland rund 150 Einrichtungen gegründet, die von Hebammen geleitete Geburtshilfe anbieten. Neben der "reinen" Geburtshilfe kümmern sie sich um Beratung und Betreuung während Schwangerschaft, Wochenbett und Stillzeit. Abgerundet werden diese Leistungen durch ein breites Angebot familienorientierter Bildung. "Wir freuen uns", so die Präsidentin, "wenn künftig mehr Kinder in einer guten Atmosphäre zur Welt kommen. Und wir wissen, dass viele Eltern es schätzen, wenn Schwangerschaft, Geburt und der Start in die Elternzeit vertrauensvoll von Hebammen begleitet wird."

Bund Deutscher Hebammen e.V.
www.bdh.de

Am 1. April 2007 tritt die Gesundheitsreform in Kraft.

Informationen dazu:
www.die-gesundheitsreform.de

Glossar Gesundheitsreform A-Z
www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitspolitik/pdf/gesundheitsreform_2007_glossar.pdf

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