MENSCHSEIN


ich bin eine frucht
irgendwann in dieser unendlichen weltengeschichte
war ich da
begann zu wachsen
mich zu entwickeln


meine nahrung ist das leben selber
sonne - sturm
dürre - überfluß
ein ewiger prozeß
kann nichts beeinflussen
höre sie
diese fragen ohne antworten
die antworten ohne frage
bin hilflos
beuge mich
beschaue all diese berge und täler
stumme schreie und laute stille
und gehe den pfad
folge dem ruf
des lebens nach mir


irgendwann war sie da
die freude
aus der eiswüste geboren
starkes licht
trost in der dunkelheit
stetige zuflucht
heimat in mir
vertrauen
fühle mich geborgen
bin ganz still
schließe die augen
meine sinne tanzen
der realität entrückt


spüre ihn oft
diesen schmerzenden rebellierenden pol
tief drinnen
leide
leide mit mir
wenn er mich zum überlaufen bringt
dann schließe ich meine augen
lasse ihn wüten
und schaue in die ferne
eine ferne
die tröstet
die mich entführt
die all die last leichter macht


ich bin eine frucht
wachsen - gedeihen
leben - lieben - fühlen
lachen - weinen
kämpfen - siegen - verlieren
ein leben lang
es hört nie auf

ICH HÖRE NIE AUF
NIEMALS

ich bin eine frucht des lebens

 

ursprung


zauberfee
himmelsgeist
wolkengott
wassertraum
ich mit meinem kleinen
herzchen
habe eine ganz dringende frage


wo wird denn nur die liebe geboren?
wer entscheidet über diesen winzigen moment der ewigkeit
wer verwebt da plötzlich zwei seelen
wer entfacht
laues beben
wärme
feuer
und diese glut
aus der nie asche entsteht


und wo steht ihre wiege?
wer nährt die liebe
läßt sie langsam reifen
wachsen
stabil werden
bis sie reif und stark ist
um ein leben lang zu lieben


wer hegt und pflegt sie so liebevoll?
wer kleidet sie mit vertrauen
und langmut
wo lernt sie die verantwortung
und das verzeihen
das geben und nehmen
wo wird aus der liebe
dieses herrlich runde gefühl
das unsere lebenslange sehnsucht verdient


und wo wird sie gestählt?
gegen missgunst und neid
wo lernt sie all diese manöver und raffinessen
und das erkennen der falschen und richtigen wege
und diese geduld und disziplin
und wer gibt ihr das schwert in die hand
ihr leben zu beenden
gnadenlos
entseelt
und kühler
als das eis der antarktis


und wo bekommt die liebe ihre seele?
diesen unsäglich zarten schmelz
fast an der schnittstelle zum schmerz
woher nimmt sie dies feuer
ihren sinn zu behalten
diese kraft
diese energie
diese absolutheit
sich mit aller macht immer wieder
in unserem ganzen dasein breit zu machen
und von da aus ihre schützende hand
über jegliches leben zu halten


was muß das für ein lehrmeister sein?
ist es das ich
das ganz tiefe ich
urgebrüll
zerstörerisch
rtrieblich
und doch
zahm
gefügig
abhängig
untrennbar
hält in den klauen
welch bild
diesen kleinen zarten ableger liebe
so klein noch
welch macht schlummert hier
behütet und bewacht
denn
nur diese symbiose macht es möglich
eine ständige gegenseitige befruchtung
was wäre das ich ohne liebe
eine leblose hülle
was wäre die liebe ohne ich
ein dauerbrenner
ohne tiefgang


zauberfee
himmelsgeist
wolkengott
wassertraum


ich spüre es
jetzt
ganz genau
liebe
geboren
genährt
gepflegt
erzogen
gehärtet
und beseelt


die liebe wohnt auch bei mir....


aus: susa. m. poesie
susam.freepage.de/index.htm

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