Sarah
Khan
Das Leben –
ein Marsch.
Die
moderne Frau
ist
eine Soldatin.
«I
do not want you»,
sagt
Sarah Khan
Viele Frauen jagen mir höllische Angst ein, ihr bloβer
Anblick, ihre Stimmen, ihre Lebensführung. Gleichzeitig empfinde ich Mitleid
und wünsche mir, dass dieser Horror nicht die ganze Wahrheit spiegelt. Ich will
hier beschreiben, was ich sehe, wenn ich diese Frauen sehe, die mich überall
umzingeln. Vielleicht sind auch Sie so eine Frau, die ich als Soldatin
bezeichne. Vielleicht gehören Sie auch zu dieser Schar, die ich hier betrachten
möchte, und über die ich jetzt furchtlos sprechen muss. Dafür wähle ich eine
militarische Ausdrucksweise, weil sie angemessen und notwendig dramatisch
illustriert, was ich wahrnehme – in den Geschäften, auf der Straβe, in den
Clubs und Bars, an den Telefonen und in den Zeitschriften, Filmen und
Fernsehserien: Ein riesenhaftes Heer von Soldatinnen lebt in diesem Land. Die
Militarisierung der Frau hat alle Lebensbereiche erfasst. Täglich werden
Tausende Frauen eingezogen. Und ich weiß, dass es verdammt schwer ist, sich dem
zu verweigern – weil dieser Prozess inmitten eines sogenannten alltäglichen
Lebens stattfindet. Die Lage ist ernst. Deshalb ist es jetzt wichtig, genau zu
beschreiben, wie sehr er die Frauen und das Leben aller durchdringt. Denn noch
gibt es unschuldige Zivilisten, Alte und Kinder. Aber für wie lange?
Die bedeutendsten soldatischen
Tugenden sind: Tapferkeit und Disziplin.
Sind
Sie ein tapferes, tapferes Frauchen? Müssen Sie Ihrem Leben alles abkämpfen,
sich ständig zusammenreißen und stets an einem eisenharten Willen arbeiten?
Geht ohne diesen Willen nichts, aber auch gar nichts in dieser von Feinden und
Feindseligkeiten umstellten Welt?
Seit
wann genau die Welt der Soldatin existiert, kann ich nicht sagen. Ich bemerke
sie erst seit ein paar Jahren. Ich nehme an, die Militarisierung der Frau hängt
sowohl mit der Fetischisierung von Tand als auch mit den Zwängen des
ökonomischen Systems, des Kultur- und Berufslebens zusammen.
solidus
– Goldmünze, deren Wert mit der Zeit sank
soldatisch
– milis, militaris - “der zum Haufen gehörige”
Seit wann gibt es Haufen? Seit wann bilden Frauen Haufen? Ich weiß es nicht. Ich bin seit 1971 auf dieser Welt. Ich glaube, es war schon so, als ich geboren wurde. Der Haufen war damals vermutlich kleiner, musste noch mit anderen Lebensformen wetteifern. Nun aber ist der weibliche Teil meiner Generation in toto erfasst und fast alle Mitglieder sind bereits eingezogen.
Im Stechschritt Eine
Soldatin hat es nicht leicht, einen Lebens- oder Sexualpartner zu finden. Ist
sie paarungswillig, muss sie gewisse Regeln der Taktik – was Kunst des
Aufstellens meint – und der Tarnung einhalten.
Evolutionsgeschichtlich
ist die Soldatin mit der Situation konfrontiert, dass zwar der zeitgleiche,
gemeinsame Orgasmus von Mann und Frau existiert – nicht aber der gemeinsame,
gleichzeitige Wunsch, Nachkommen zu erzeugen. Diese zeitliche Kluft zwischen
Sexualakt und Erzeugung von Nachkommenschaft überbrückt die Soldatin
erfolgreich, wenn sie beim Mann den sogenannten Beschützerinstinkt auslöst. Da
Männer aber in den seltensten Fällen einen vernünftigen Grund dafür erkennen,
eine tapfere Soldatin zu beschützen, muss sich die Soldatin tarnen. Eine
plötzlich eintretende Veränderung der Stimme (die kanllharte Lady klingt auf
einmal wie ein piepsiges Mäuschen) und die Bereitschaft, jederzeit ein paar
überspannte Tränen fließen zu lassen, verweist auf die ausgeklügelte
Camouflagetechnik der gemeinen Soldatin. Weiterhin gehören modische Ausrichtungen
wie “Kindchenschema-Appeal” und “Schulmädchen-Look” zu dem üblichen
Tarnkappen-Repertoire.
Sollte
eine Soldatin trotz dieser Scheinmanöver kein Glück haben – diesen rührend
altmodischen Begriff akzeptiert eine waschechte Soldatin eigentlich nicht - , dann
organisiert sie sich einen gewaltfreien Mann und hofft, dass der zeitgleiche
Orgasmus selbst in diesem Verhältnis der zweiten Wahl eintritt.
Auf
jeden Fall gilt eines für die Soldatin im Single-Status: Sie kämpft bis zum
letzten Mann. Aber bis zum allerletzten. Und nimmt sie Gefangene? Na sicher!
Hierbei gelten die Genfer Konvention, das Kinderschutz- sowie das
Tierschutzgesetz.
Humanitäre
Hilfeleistung und aktive Friedensgestaltung sind Leitmotive einer soldatischen
Ehe. Da es nun mal Politik und Diplomatie zukommt, Kriege zu verhindern, trifft
die Soldatin wirklich keine Schuld, wenn es einmal zu Grenzverletzungen kommt.
Die
allein erziehende Soldatin zeichnet sich durch besondere Tapferkeit aus, sie
schlägt sich mit ihrem Kind durch ein konkurrenzlos hartes und
entbehrungsreiches Leben. In aller Herrgottsfrühe steht sie auf und befördert
das Kind in eine Krippe oder bringt es bei der verwandten Soldatin a.D. unter
(Abzeichen O.M.A. = Ohne Militärische Aktivität). Auf der Arbeit steht sie
hiernach mehr als ihren Mann, damit kein niederträchtiger Kollege behaupten
kann, sie würde weniger leisten. Spät abends, wenn das Kleine schläft, bemüht
sie sich um ihre Fortbildung. Eines schönen Tages kommt die Karriere durch
Qualifizierung voran und die aufrechte kleine Soldatin kann ihrem Kind etwas
mehr bieten. Vielleicht sogar einen Vater. Als leuchtendes Beispiel darf die
Journalistin und Bundeskanzlergattin Doris Köpf herhalten: Nach Ablauf einer
beschwerlich steilen Karriere als alleinerziehende und hochqualifizierte
Berufsoffizierin darf sie nunmehr in den Armen des Gerhard Schröder und
repräsentativ an der Spitze des Staates ihren verdienten Lebensabend genießen. Und sollte sie
einmal großen Kummer haben, weil sie aufgrund der starken
Inanspruchnahme ihres Gatten durch die Geschäfte der Regierungsführung sehr
viel alleine ist, tröstet sie sich hoffentlich in den Armen eines feschen
Obergefreiten.
Hagel und Granaten
Da der Körper der Soldatin, ähnlich einem hochentwickelten Panzer,
gestählt und ständig gewartet sein will, ist die richtige Ernährung
entscheidend und Voraussetzung für ein gesundes und siegreiches Leben. Die
Soldatin beherrscht die korrekte Zubereitung von Vitalstoff-Quark und
Apfelsaft-Müsli. Ohne mit der Wimper zu zucken oder gar zu weinen verzehrt sie
diese. Puten-Paprika-Salat kann sie in fünf Minuten zusammenlegen und unter
exakter Angabe der genauen Nährstoffzusammensetzung entsichern.
Zwei
Fleischportionen pro Woche sollten der Soldatin reichen. Ob sie der Empfehlung
der Heeresleitung bzw. der dazugehörigen Presseorgane tatsächlich nachgeht und
ein- bis zweimal die Woche Seefisch auf den Tisch bringt, und ob sie ihren Jod-
und Fettsäurehaushalt durch ernährungsergänzende Präparate auch korrekt führt,
ist mir nicht bekannt. Sie interessiert sich aber vorrangig für die neuesten
Erkenntnisse auf dem Gebiet der Soldatenkost.
Es
sind also gerade die Lebensmittel, die nach den neuesten wissenschaftlichen
Erkenntnissen empfohlen werden, die ihr die Munition für alle Einsätze liefern.
Auch
die Teilung der Welt in Freund und Feind findet sich im Speiseplan der
Soldatin:
«Vitamin E steigert die
Abwehrkraft gegen freie Radikale, die durch UV-Strahlung, Nikotin, Medikamente
entstehen können. Der Tagesbedarf einer erwachsenen Frau bei angenommenen 65
Kilogramm Lebendgewicht beträgt 12 mg D-alpha-Tocopherol-Äquivalente.»
Liegen
die Nerven der Soldatin einmal blank, versorgen sie die Lazarettapotheke oder
die Kameradin Maria Treben. Sollten konventionelle Pharmaka oder Heiltees aus
Baldrian, Melisse, Johanniskraut und Pfefferminze ihr nicht zügig helfen
können, dann versucht sie, ihre Nöte mit Hilfe von ätherischen Ölen oder
Wechselfußbädern in der totalen Griff zu bekommen.
Den
weiblichen Problemzonen – und hiermit meint die Soldatin nicht die verzweifelte
Situation von Frauen in Afghanistan, sondern Hüfte, Po, Oberschenkel – begegnet
sie eiskalt, unerbittlich und kühn. Mit Powergymnastik, östlichen
Kampftechniken und vielerlei aeroben Bewegungssportarten baut und erhält die
Soldatin ihre Muskeln. Trotzdem scheitert sie oftmals an diesen Problemzonen
und kann ihre militärischen Ziele nicht erreichen. Warum dies so ist, weiß kein
Mensch. Vielleicht ist der Imperialismus im eigenen Körper ein letztlich zum
Scheitern verurteiltes Modell. Bedeutende deutsche
Körper-und-Ernährungssodatinnen sind das Fotomodell Claudia Schiffer (Meisterin
aller Waffenklassen) und in zivilnäherer Form die Athletin Anke Huber («Leicht muss es sein.»).
Durch Feldpostillen – im
Volksmund auch «Frauenzeitschriften» genannt – erfährt die Soldatin
moralischen Beistand und alles Wissenswerte über den ansprechenden Lifestyle
der Heeresführung. Die Zeitschrift ist der Soldatin an der Front des Lebens ein
guter Kumpel, eine beste Freundin, ein Seelentröster und Schönheitsberater. Das
Leben in der Truppe erscheint hier von seiner besten Seite, wenn sich auch
nicht verhehlen lässt, dass Soldatinnen die tragischsten Konflikte mit Männern
auszustehen haben. Darüberhinaus sind die soldatischen Presseorgane an der
Missionierung para- oder antimilitärischer Lebensformen interessiert und werden
deshalb über die Unterorganisation «Lesezirkel» in jeder Arztpraxis des Landes
ausgelegt. Will man etwas über die wahre Stimmung an der Front erfahren, können
die Meldungen aus erster Hand, die als Leserbriefe Abdruck finden,
aufschlussreich sein.
Die
Dauer des aktiven Soldatinnenlebens ist nicht festgelegt, wann eine aufhört,
ungewiss. Wehrzersetzung und Spionage sind in der Truppe kein Thema mehr. Da
sich die Soldatin ständig in psychischen oder physischen Krisensimulationen
befindet, ist sie für die Verlockungen eines unsoldatischen Lebens völlig
unempfänglich.
Gefühl
ist heute sowas wie SCHIFFSBAU. Männer studieren Schiffsbau nicht mehr, das
machen nur noch gefühlsbeherrschte Frauen (Frauen, die von Gefühlen beherrscht
sind und diese beherrschen!).
Es
ist nämlich völliger Unsinn, Schiffsbau zu studieren! Völlig antik,
dickbäuchig, behäbig, nostalgisch, langsam und fischig riechend. Total mega
weiblich. So sehr, dass es schon nervt. Soldatinnen sind von einer brutalen
Romantik getrieben.
Wer kann Offizier werden?
Die Soldatin hat nach der erfolgreichen Grundausbildung gewöhnlich den
Ehrgeiz, eines Tages Offizierin zu werden. Doch bevor sie eine ganze Staffel
oder Kompanie übernimmt, muss sie sich intensiv mit der Menschen-Führung
auseinandersetzen und sich an eine dauerhafte, wenn nicht lebenslängliche
Selbstdisziplinierung gewöhnen. Das Panoptikum der erforderlichen persönlichen
Opfer und Abhärtungsmaßnahmen ist bunt:
Von
jahrelangen Demütigungsritualen in Designer-Boutiquen, ständigen Ortswechseln
aus beruflichen Gründen und trostlosen Fortbildungen über Verzicht auf eigene
Kinder und systematischem, aber anti-depressiv wirkenden Schlafentzug bis hin
zu teuflischen Verführungen durch mittellose Männer.
Witz und Sprache der Soldatin
Die Kasernenwitze und Knittelverse, an denen sich die Soldatin
gelegentlich versucht, sind nicht dazu angetan, Lachen oder Heiterkeit zu
erzeugen. Selbst nach den eigenen Wehr-Maßstäben nicht. Das höflich-schwache
Gelalle der Kameradinnen, oft die einzige Reaktion, ersticken die angeborene
Freude am Humor im Keime. Trauriges Beispiel eines Kasernenwitzes gibt
folgendes Oraldokument, das nach einem zünftigen Grillfest liegenblieb und
welches ich nunmehr der Öffentlichkeit zugänglich machen möchte:
«Der Opa zu seiner Enkelin:
‘Hör zu, Mädel. Es ist schön, wenn man sich eine anständige Seife leisten
kann.’
‘Aber ich liebe meine
Calvin-Klein-Seife!’ »
Soldatinnen
sind nicht witzig; sie haben Angst, ihr Gesicht zu verlieren. Sie haben Angst,
sich lächerlich zu machen. In Abendkursen erlernen sie, echte Witze von
falschen zu trennen. Blutige Anfängerinnen sind mehrmals wöchentlich im
fernsehübertragenen Publikum der Harald-Schmidt-Show zu beobachten. Dort lachen
sie punktgenau auf der neun, weil man ihnen verspricht, dass es dafür einen
Extrastempel im Bonusheft des Zahnarztes gibt.
Um einen natürlichen Dialog unter
Soldatinnen analysieren zu können, begab ich mich in eine teilnehmende
Beobachtung und versuchte in einem Straßen-Café unter zwei soldatischen
Tischnachbarinnen ein Gespräch zum Thema «Die globale Krise des weiblichen Fleißes»
zu stimulieren. Die Probandinnen waren aber zu erschöpft von des Tages harten
Einsätzen und setzten sich, wohl um ungestört verbotene Militaria austauschen
zu können, umgehend recht weit von mir fort.
Beim
nächsten losen Kontakt, in einem freundlichen Gartenlokal aufgenommen, enthielt
ich mich meiner Gesprächsvorschläge und zeichnete, unauffällig über meinen
Milchkaffee gebeugt, folgenden Dialog der Soldatinnen auf Band auf:
Soldatin
1 (S1) und Soldatin 2 (S2):
S1: Bei wem hast du bestellt?
S2: Bei dieser Tussi da hinten. Meinst du, die
ignoriert mich?
S2: Die stauch ich gleich zusammen. (Kichern)
S1: Ach was, lass uns einfach woanders
hingehen.
S2: Und dein Salat?
(Pause)
S1: Mein Auto ist so blöd geparkt. Wie geht’s
Marco?
S2: Ich ruf ihn nicht mehr an. Er soll sich
melden. Schließlich will er was von mir.
(Der
Salat kommt)
S1: Na endlich, hat ja lange genug gedauert.
Willst du auch was?
S2: Nein, danke. Wirklich nicht.
(usw.
usw.)
Dieser Dialogausschnitt bestätigt
meine Thesen aufs Deutlichste. Ein neuer Aspekt allerdings ist das «Kichern»,
dessen Psychologie komplex zu sein scheint. Vor Ort war auffällig, dass die
Kichernden einerseits eine körperlich konspirative Haltung einnahmen (Hand vor
den Mund) – andererseits durch die Schrillheit des Klanges die Aufmerksamkeit
aller im Café-Garten Mitanwesenden auf sich lenkten.
Verblüffend
ist der Gedankenwechsel der S1 von «mein
blöd geparktes Auto» zu «was macht eigentlich dein letzter Liebhaber»?
Der Gedanke an eine läppische Ordnungswidrigkeit scheint für S1 eng mit dem
Liebesleben der salatabweisenden S2 verknüpft zu sein.
Ich lehne dieses soldatische Leben ab.
Es
ist mir, ich wiederhole mich gerne, es ist mir ein Horror.
Scheitern
muss erlaubt sein, denn Scheitern ist endgeil:
Nie
wieder Nahkampf. Nie wieder Giftgas. Nie wieder Ernstfall. Nie wieder tauglich.
Die
praktische Anwendbarkeit dieses Traktates soll gleich null sein.
Null
ist eine unendliche Zahl, die sich immer im Kreis dreht. Aus der Spur der Null
gibt es kein Entkommen.
Wieso nur erkennt die Soldatin nicht,
dass sie eine beschissene Soldatin ist? Wieso sieht das Heer sich selbst nicht?
Das Heer tarnt sich vor sich selbst, und vielleicht bin ich auch schon ein Teil
davon. Ich vermute, die Soldatin bemerkt nichts, weil sie in ihrem Herzen das
Bild der Prinzessin trägt. Die Soldatin glaubt, eine süße, kleine, liebenswerte
oder verwunschene Prinzessin zu sein. Sie will ihre physische und psychische
Stärke, ihr taktisches Wissen, ihre Ausbildung, ihre erzwungene Derbheit und
innere Hässlichkeit nicht wahrhaben – und deshalb phantasiert und camoufliert
sie sich als unbescholtener Engel. Wenn man schon Soldatin ist – warum dann
nicht wenigstens mit Anstand, Würde und (Ge-) Wissen? Soldatin sein, ohne auf
den gläsernen Pantoffel zu warten! Es wird niemals gläserne Pantoffeln oder
weiche Hausschuhe geben – die Soldatin geht immer in Knobelbechern durchs Leben.
Selbst wenn diese als Stilettos von Guzzi oder Sneakers von Donna Karan New
York daherkommen. Auch diese harte Erbse unter der Matratze spürt die falsche
Prinzessin nicht mehr, schon seit dem Grundwehrdienst nicht – denn die
Powergymnastik und die austrainierte Hornhaut härten gründlich ab.
Das
Leben als Soldatin ist letztlich nur auf eines ausgerichtet: ANGST und die
Kultivierung von SCHLECHTER ERFAHRUNG.
So my darling, please surrender
Deshalb möchte ich keine Soldatin sein. Sollte ich bereits eine sein,
dann bin ich es leid. Ich möchte meinem Leben nicht alles abkämpfen. Ich will
nicht dienen, durchmarschieren, tierisch tapfer sein müssen und kaserniert
leben, ich will keine fremde Ehre verteidigen oder unwichtige Grenzen schützen.
Ich kämpfe nicht bis zum letzten Mann. Und vor allem: Ich verlange etwas ganz
Bestimmtes vom Leben, und das darf eine Soldatin naturhaft nicht tun – ich
verlange Überraschungen aus dem Hinterhalt.
≡
Jahrgang 1971, ist als erstes Kind eines pakistanischen Teppichhändlers und einer Pastorentochter in Hamburg aufgewachsen. Sie studierte Volkskunde und Germanistik, arbeitet als Schriftstellerin und Drehbuchautorin. Ihr Roman “GOGO-Girl” erschien 1999 im Rowohlt Taschenbuch Verlag (rowohlt paperback 22516).
Ausgewählt aus dem Buch:
Petra Oelker (Hg.)
rororo Tb; 2000; ISBN: 3499227525
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Impressum Aktualisiert: 25.11.2011 webmaster@geburtskanal.de |
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