Und wie feiern die Kinder in anderen Ländern Weihnachten?


In Deutschland und anderen deutschsprachigen Ländern wird am 24. Dezember morgens der Weihnachtsbaum geschmückt. Viele Menschen besuchen den Weihnachtsgottesdienst. Am Abend bringt der Weihnachtsmann oder das Christkind die Geschenke, es wird gesungen und gespielt und natürlich gibt es einen leckeren Imbiss. Das eigentliche Weihnachtsfestessen - traditionellerweise meist eine Gans oder ein Truthahn - wird am 1. Feiertag serviert. Dazu werden Freunde und Familie eingeladen. Am Nachmittag findet ein ausgedehneter Spaziergang statt.

Amerika
In Nord-Amerika leben Menschen aus vielen Ländern der Welt. Deshalb sind hier viele verschieden Bräuche üblich. Für die "echten" Amerikaner findet die eigentliche Bescherung am 25.12. morgens am Kamin statt. Am 24. ist "Christmas Eve", es gibt im Kreise der Familie ein gemütliches Familienessen. In der Vorweihnachtszeit kann man in allen Orten die bunten Weihnachtsparaden und die festlich geschmückten und beleuchteten Häuser bewundern. Am 26.12. ist "Boxing-Day", der Super-Familien-Einkaufstag, an dem fast alle in den Geschäften zu finden sind. "Xmas" - die übliche Abkürzung für Weihnachten (Christmas), hat einen tieferen Sinn: "X" ist der Anfangsbuchstabe der griechischen Schreibweise von Christus.

England
Der traditionelle Plumpudding kommt auf den Tisch und natürlich "Gregor", der typische britische "Turkey" (Truthahn). Kinder und Jugendliche gehen zu "Pantomimen", das sind tumultartige Märchen-Aufführungen. Geschenke gibt es am 25. Dezember zeitig am Morgen. Am 6. Januar klingelt "Mari Lwyd" an den Haustüren und stellt Rätsel. Wer die Antwort nicht weiß, wird von ihr gebissen (!!!) und muß die weißvermummte Gestalt mit leckerem Essen und Getränken bewirten.

Frankreich
"Le Reveillon", so heisst der Weihnachtsschmaus, der in Frankreich serviert wird. Als Nachtisch gibt es "Buche de Noel", eine Schokoladen- Biskuitrolle. Das Christkind bringt am Weihnachtsabend die Geschenke. Im Elsaß, wo 1605 der Weihnachtsbaum erfunden wurde, wird das Christkind von dem bösen Hans Trapp begleitet. Im 16. Jahrhundert war Hans der gefürchtete Hofmarschall beim Kurfürsten von der Pfalz.

Griechenland
Am 24.12. singen die Kinder Lieder, die sogenannten Kalenda, die Glück bringen sollen. Sie ziehen mit Glocken und Trommeln durch die Strassen. Dafür bekommen sie Geschenke. An 12 darauf folgenden Nächten werden überall Weihnachtsfeuer zum Schutz vor den bösen Kalikanzari, das sind Kobolde, angezündet. Am 6. Januar wird als Abschluss das Epiphanias-Fest gefeiert.

Holland und Belgien
Alles dreht sich hier um Sinterklaas und seinen Diener, den "zwarte Piet". Am 6. Dezember stellen die Kinder einen Schuh vor den Kamin und auch Mohrrüben und Heu für das Pferd vom Nikolaus. Sinterklaas bringt Pfefferkuchen, Spekulatius und Schokoladen-Buchstaben.

Italien
Prächtig geschmückte Krippen stehen im Mittelpunkt der italienischen Weihnacht. Alle Nachbarn wetteifern um die schönste "presepio", in jeder Kirche sind wunderschöne alte Krippen ausgestellt. Am Heiligen Abend findet eine "Familien-Lotterie" statt. Dabei zieht jeder aus einem Säckchen die Nummer seines Geschenks. Am 6. Januar kommt "Befana", die alte, häßliche Hexe mit ihrem Besen und bringt den braven Kindern Geschenke. Für die bösen gibt es leider nur ein Stück Kohle.

Russland
Bis zum 31. Dezember müssen die Kinder warten, dann erst bringt ihnen "Väterchen Frost", der russische Weihnachtsmann, die Geschenke. Er wird begleitet von dem Mädchen "Schneeflocke" und dem Jungen "Neujahr". Die Weihnachtszeit endet in Russland am 11. Januar.

Skandinavien
Das Jul-Fest ist eine alte Tradition in Skandinavien. Es hat seinen Ursprung in alten Ernte- und Mittwinter-Bräuchen. Julbrot wird gebacken, Julbier gebraut und Julstroh in der Julstube verstreut. In Finnland findet am 24.12. das gemeinschaftliche Saunabad statt, "gebackener Schwede" heisst das Festessen aus Schweinefleisch. Auch die Tiere werden an Weihnachten bedacht. Das Julfest endet am 13. Januar mit einem zünftigen Gelage.

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