Die Legende vom Heiligen Nicolas von Myra



Nicolas von Myra lebte im 4. Jahrhundert unserer Zeitrechnung, also vor ungefähr 1700 Jahren, im heutigen Land der Türkei. Als einziges Kind einer reichen Familie verlor er schon früh seine Eltern. Nicolas wuchs in einem Kloster auf, wurde Priester und zog in die Welt. Später trug er als Bischof von Myra die damals traditionelle Kleidung: roter Mantel und rote Mütze. Sein Bart war lang und weiss.

Nicolas war bekannt für seine Liebe zu Kindern, seine Freundlichkeit und seine guten Taten. Dabei war er ein scheuer und zurückhaltender Mann, der gerne half, ohne dass er selbst dabei in Erscheinung trat. Als Beispiel erzähle ich Euch die Geschichte von den Goldmünzen:

Ein Vater hatte drei Töchter. Er war aber sehr arm und konnte ihnen nicht das Geld geben, das sie brauchten, um ein gutes Leben führen zu können. Das hörte der heilige Nicolas und wollte ihnen helfen. Heimlich kam er an zwei aufeinander folgenden Nächten zum Haus, schlich sich durch ein offenes Fenster hinein und legte Goldmünzen für die Mädchen auf den Tisch. In der dritten Nacht waren alle Fenster fest verschlossen. Da kletterte St. Nicolas kurzentschlossen auf das Dach und warf die Goldmünzen einfach in den Schornstein. Sie fielen durch den Kamin und landeten auf den Socken, die die Mädchen am Abend dort zum Trocknen hingelegt hatten.

Seither hängen viele Kinder auf der Welt am Nikolaustag oder am Heiligabend Strümpfe an den Kamin und hoffen auf ein Geschenk.

St. Nicolas, bei uns Nikolaus genannt, ist aber nicht nur der Freund der Kinder, sondern auch der Schutzpatron der Seeleute. Im Gedenken an ihn feiert man in vielen Ländern den Nikolaustag am 6. Dezember. Kinder hängen am Abend vorher einen Socken raus, besonders in Deutschland, Holland, Belgien und Frankreich. Später wurde diese Tradition auch am Weihnachtsabend eingeführt. Dem Weihnachtsmann war's recht so…

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