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Wenn Kinder anders sind
Unterstützung für Mütter in Not
Gertrud Ennulat
Kösel 2002; ISBN: 3466305896 * info 160 S., 14,95 Euro
Bereits das gut strukturierte Inhaltsverzeichnis mit seiner umfangreichen Themenübersicht macht neugierig und lädt zum Lesen ein.
Dieses Buch ist unter dem Thema "Unterstützung für Mütter in Not" erschienen und setzt sich hauptsächlich mit dem Leben von Müttern, deren Kinder mit einer Entwicklungsverzögerung, Verhaltensauffälligkeit oder Lernbehinderung leben auseinander. Allerdings dürften sich für alle Mütter, deren Kinder krank sind oder mit einer sogenannten geistigen oder Mehrfachbehinderung leben, viele interessante Anhaltspunkte finden.
Ein Fakt, der das Buch besonders lesenswert macht, ist die Doppelsicht, die die Autorin sowohl als selbst betroffene Mutter als auch als Pädagogin einbringt. Frau Ennulat weiß wovon sie spricht und nimmt den Leser mit in diese Welt.
Eine Vielzahl von Erlebnissen und Aspekten, die Mütter betreffen werden angesprochen und geschildert. Wichtig dabei ist, dass das Buch nicht in der Schwere der Lebenssituation verharrt sondern voranschreitet und Perspektive und Zukunft bietet ohne falschen Optimismus zu verbreiten.
Die Autorin beherrscht die Wortfindung und den prägnanten Ausdruck. In oft kurzen - teilweise mit "Wortspielereien" gespickten - Sätzen, gibt sie dem Leser die Möglichkeit mitzuerleben, nachzuvollziehen und dabei zu sein. Der Leser wird vom Beobachter zum integrierten Miterleber.
Interaktionsprozesse aus der modernen Säuglingsforschung sowie Kenntnisse aus der Entwicklungspsychologie und der Krisen- und Trauerverarbeitung werden integriert, ohne dass es zu einer lehrmeisterhaften Episode kommt. Hilfreiche Tipps finden sich am Ende vieler Artikel in grauen Kästchen hervorgehoben. Aber auch immer wieder in den Text integriert.
Um die Kinder mit ihrem speziellen Bedürfnissen und Anforderungen zu benennen, verwendet Frau Ennulat die Ausdrücke "schwierige" Kinder, "auffällige" Kinder oder "Problemkinder". Damit umgeht sie die typischen vorbelasteten Begriffe wie Entwicklungsverzögerung, Hyperaktivität, Lernbehinderung und Verhaltensauffälligkeit. Jedoch habe ich diese von der Autorin verwendeten Ausdrücke als störend empfunden, weil sie m.E. ein Bewertung der Kinder abgeben und ich mich gleichzeitig an die Aussage (und das Buch) von Hennig Köhler: "Schwierige Kinder gibt es nicht" erinnert fühlte.
Letztendlich sind jedoch die Mütter Thema dieses Buches. Und dieser Themenbereich der Mütter besonderer Kinder ist einfach gelungen präsentiert.
Ein Buch, das sowohl für betroffene Mütter als auch für im Rahmen der Elternarbeit professionell Tätige ganz besonders zu empfehlen ist und gleichzeitig eine Bereicherung für jeden Leser, der sich für Lebensschicksale interessiert.
D. Wolf-Stiegemeyer
http://muetter.besondere-kinder.de
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