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Kann mein Kind richtig hören?
Annerose Keilmann, 128 Seiten, € 11,90
Ravensburger Verlag (Berlin); ISBN: 3332011375 * info
"Das Hören ist eine zentrale Fähigkeit für die Orientierung in der Welt. Ist das Hörvermögen eingeschränkt, hat dies weit reichende Folgen für die Sprachentwicklung sowie die psychische Entwicklung des Kindes."
Mit diesem prägnanten Satz beginnt der übersichtlich gegliederte kleine Ratgeber zum Thema Hörstörungen im Kindesalter, der Eltern und Betreuer "hellhörig" machen möchte. Die Autorin verfolgt eine klare Linie, beginnt mit Aufbau und Funktion des Ohres, das anhand verschiedener Skizzen beschrieben wird. Sie verfolgt detailliert die Entwicklung des Hörvermögens chronologisch von der Anlage des Innenohrs bereits in der frühen Schwangerschaft bis zur endgültigen Ausreifung des Hörvermögens im Alter von etwa zwei Jahren. Im weiteren werden verschiedene Untersuchungstechniken beschrieben, mit denen eine Hörstörung entdeckt werden kann. Dieser Teil des Buches ist meiner Ansicht nach ein wenig zu lang und für den Laien wenig verständlich geraten. Sehr prägnant ist dann jedoch wieder das nächste Kapitel, in dem es um die Diagnose und die Behandlung verschiedenster Hörstörungen geht. Eindringlich weist die Autorin auf das hin, was schon im ersten Satz anklingt: Eine Störung des Hörvermögens hat nicht nur Auswirkungen auf die Sprache des Kindes, sondern auch auf seine gesamte psychische und soziale Entwicklung. Eine nicht erkannte Hörstörung führt, so warnt die Autorin, im schlimmsten Fall sogar zu einer Verhaltensstörung des Kindes, da es sich immer wieder missverstanden, abgelehnt oder ungerecht behandelt fühlt. Tröstende oder liebevolle Worte der Eltern oder anderer Personen können aufgrund der Hörstörung nicht wahrgenommen werden. Das Kind wird, da die Eltern glauben, dass es nicht hören (im Sinne von "gehorchen") möchte, anders behandelt als andere Kinder. Diesen Teufelskreis zu durchbrechen oder es besser erst gar nicht dazu kommen zu lassen, eine Behandlung der Hörstörung möglichst schon ganz früh zu beginnen, ist das zentrale Anliegen der Autorin.
Das Buch endet mit verschiedenen Tipps für Lernspiele und Adressen, bei denen der Leser/die Leserin Hilfe und Beratung finden kann.
Der Ratgeber richtet sich vornehmlich an betroffene Familien. Meiner Ansicht nach ist er aber für jeden unbedingt lesenswert, der mit kleinsten und kleinen Kindern unmittelbar zu tun hat.
Sigrid Krings
Redaktion Deutsche Hebammen Zeitschrift
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