Buchbesprechung


Auf dem Weg zur Abschaffung der weiblichen Mutterschaft
Deutschsprachige akademische Gynäkologie 1920-1939
Magdalene Heuvelmann
Mabuse Verlag Wissenschaft 46; ISBN: 3933050324 * info
227 S., 24 Euro

In ihrer Dissertation geht die Autorin auf die dominanten Einflüsse, Pläne und Kontroll-Mechanismen der Gynäkologie in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts ein - mit Parallelen zur aktuellen Entwicklung der Reproduktionsmedizin heute.

Weibliche Mutterschaft unterlag (und unterliegt) der männlichen Kontrolle durch die Mediziner. Die deutschsprachige Gynäkologie befand sich zwischen 1920 und 1939 auf dem Weg zur Abschaffung der weiblichen Mutterschaft. Zu diesem Ergebnis kommt die Autorin nach ausgiebigen Studien, einer Analyse der gynäkologischen Fachzeitschriften und der Auseinandersetzung mit Gen- und Fortpflanzungstechnologien.

Das weibliche Selbstbestimmungsrecht insbesondere im Hinblick auf die Fortpflanzung ist nicht mehr als ein Schlagwort - daran hat sich seit den 30er Jahren wenig geändert:

Weibliche Mutterschaft nur durch Kontrolle der männlichen Wissenschaft?
Gynäkologie als "Instanz für Fruchtbarkeit" durch die Technisierung der Zeugung? Künstliche Gebärmütter, kontrollierende Pränataldiagnostik, invasive Therapien und Selektion - mit dem Ziel "gesundes Kind"… ?

Ist die menschliche Fortpflanzung im unweigerlichen Prozess der Umstrukturierung nach männlichem Ermessen ähnlich wie in Zeiten des Nationalsozialismus? Oder besteht doch noch die Möglichkeit, die weibliche Mutterschaft jetzt und heute als einen normalen Prozess zu erkennen und die natürliche biologische Fähigkeit der Frauen, selbstbestimmt Kinder zu gebären, bedingungslos zu akzeptieren und zu respektieren?

Als LeserIn darf man gespannt sein.

Absolut lesensWERT !!!

Geburtskanal Redaktion, 2002

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