Informationsbrief des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:
Januar 2001
Sicherheit von Lebensmitteln
Kann man noch Rind- und Kalbfleisch essen?
Fragen Sie Ihren Metzger oder Lebensmittelhändler, wo das Rindfleisch herkommt. Wenn Sie dem Metzger und seinem Lieferanten vertrauen, können Sie das schiere Muskelfleisch vom Rind nach wie vor essen. Kalbfleisch gilt als weniger problematisch, weil der Erreger bei Jungtieren vermutlich erst in geringeren Mengen vorhanden ist. Als unbedenklich kann Kalbfleisch aus Mutterkuhhaltung gelten, da die Tiere mit Vollmilch aufgezogen werden. Wenn Sie noch sicherer gehen wollen, verzichten Sie auf Rindfleisch und rindfleischhaltige Wurst, bis weitere Untersuchungsergebnisse vorliegen. Entsprechendes gilt für Kalbfleisch.
Ist Fleisch von Ökobetrieben sicherer als herkömmliches Rindfleisch?
Rindfleisch von kontrollierten Ökobetrieben gilt als gute Alternative, wenn der Bauer die Rinder über mehrere Generationen hinweg gezüchtet hat und das Futter vom eigenen Hof kommt. Eine BSE-Freiheit garantiert dies jedoch nicht.
Wie steht es mit anderen Fleischarten?
Schweinefleisch, Geflügel und Fisch können Sie nach wie vor problemlos essen. Schafe können an der BSE-ähnlichen Seuche Scrapie erkranken. Scrapie ist überall dort bekannt, wo Schafe gehalten werden. In England treten die Fälle allerdings häufiger auf. Solange wissenschaftliche Fragestellungen hinsichtlich möglicher Zusammenhänge zwischen Scrapie und BSE unbeantwortet sind, besteht bei dem Verzehr von Schaffleisch ein Restrisiko, dass wissenschaftlich nicht abgeschätzt werden kann.
Kann man noch Wurst essen?
Bei Wurst sollte man darauf achten, was darin enthalten ist. Wenn Sie Wurst über die Theke kaufen, fragen Sie Ihren Metzger oder Lebensmittelhändler nach der Zusammensetzung. Wenn Sie fertig verpackte Wurst (SB-Ware) kaufen, achten Sie auf das Zutatenverzeichnis; hier muss die Tierart bei verwendetem Fleisch und Innereien angegeben werden; im Zweifel nachfragen. Wenn Sie sicher gehen wollen, kaufen Sie nur Wurst, die keine Bestandteile von Rindern oder Kälbern, sondern ausschließlich Schweine- oder Geflügelfleisch enthält.
Besteht eine Gefahr, dass Wild mit BSE infiziert ist?
Es gibt keine Hinweise darauf, dass BSE bei Wild eine Rolle spielt.
Besteht bei Milch und Milchprodukten eine Infektionsgefahr?
Nein. Milch und Milchprodukte können nach derzeitigen Wissensstand ohne Bedenken verzehrt werden.
Wie steht es mit Babynahrung?
Viele Hersteller kaufen Fleisch von kontrollierten Betrieben, oft Ökobetrieben, oder Rindfleisch aus BSE-freien Ländern wie Argentinien. Wenn Sie besorgt sind, fragen Sie beim Hersteller nach.
Stellen Fertiggerichte ein Risiko dar?
Auch bei Fertiggerichten sollten Sie auf das Zutatenverzeichnis achten. Wenn Sie sicher gehen wollen, verzichten Sie auf Produkte die Bestandteile von Rindern enthalten.
Sind Produkte, die Gelatine enthalten, gefährlich?
Nein. Gelatine wird in Deutschland zu 90 Prozent aus Schweineschwarte hergestellt. Auch Gelatine, die von Rindern gewonnen wird, wird so behandelt, dass dabei potentiell vorhandene BSE-Erreger abgetötet werden. Produkte, die Gelatine enthalten wie z.B. Joghurts, Gummibärchen, können Sie weiterhin problemlos essen.
Wie sicher sind Rinderbrühe, Rinderbrühwürfel und Markklößchen?
Auf das Auskochen vor allem von Wirbelknochen (ggf. mit Rückenmarksresten) sollte man verzichten. Auch Röhrenknochen (mit Knochenmark) sind nicht unbedenklich, obwohl es sich bei Knochenmark (= blutbildendes Gewebe und Fettgewebe) nicht um zentrales Nervengewebe (wie bei Rückenmark ) handelt. Auf den Verzehr von Markklößchen sollte verzichtet werden. Bei Rinderbrühwürfeln sollten Sie vorsichtshalber nachfragen. Viele Markenhersteller sind dazu übergegangen, den Rohstoff (Extrakt) aus dem BSE-freien Argentinien (ganzjährige Weidewirtschaft) zu beziehen.
Werden die BSE-Erreger beim Kochen oder Braten abgetötet?
Nein. Haushaltsübliche Garverfahren oder Einfrieren töten die BSE-Erreger nicht ab. Dies gilt auch für das Garen mit Schnellkochtopf und Mikrowelle. Erst eine 20minütige Erhitzung auf Temperaturen von 133 Grad bei 3 bar tötet die Erreger ab.
Sind Medikamente und Kosmetika unbedenklich?
Für Kosmetika und Arzneien gibt es strenge Vorschriften. Der Einsatz von Risikomaterial ist bereits seit 1998 verboten. Wenn Sie bezüglich der Kosmetika besorgt sind, sollten Sie Produkte auf rein pflanzlicher Basis verwenden. Wenn Sie Fragen zu bestimmten Medikamenten haben, wenden Sie sich an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Friedrich-Ebert-Allee 38, 53113 Bonn, Tel.: 0228/207-30, Fax: 0228/207-5207.
Eine Information des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Januar 2001
http://www.bml.de
Unser Fazit:
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