Babypuder kann lebensgefährlich sein!

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von Dr. Oliver Harney

Babypuder wird seit langer Zeit schon in der Pflege von Säuglings Haut eingesetzt. Hebammen verwenden das Mittel gerne bei der Behandlung des Nabels nach der Geburt, Mütter schwörten jahrelang auf das dicke Einpudern der Windelgegend, um Entzündungen vorzubeugen.

Aber Babypuder kann sehr gefährlich sein. Häufig werden die Pflegemittel direkt neben dem Wickeltisch aufbewahrt, oft in Reichweite der Neugeborenen. Die Kleinen werden aktiver und beweglicher, und viele greifen nach den tollen Sachen, die um sie herum aufgebaut sind. So kommt es mitunter vor, dass sie auch nach der Puderdose greifen und sich deren Inhalt ins Gesicht schütten. Auch Geschwisterkinder sind schon bei entsprechenden Attentaten gegenüber ihren kleinen Brüdern oder Schwestern beobachtet worden.

Doch Spass beiseite: Die Gefährlichkeit geht nicht von der verschluckten Substanz aus. Auch in großen Mengen sind dann lediglich leichte Beschwerden wie Übelkeit oder Durchfall zu erwarten. Sehr ernst zu nehmen ist hingegen die mögliche Einatmung des Puders. Und dies geschieht beinahe immer, wenn sich die Kleinen das Pflegemittel im Gesicht verteilen.

Da Puder nicht wasserlöslich ist, wirken die kleinen Partikel in den Atemwege wie echte Fremdkörper. Am Anfang steht eventuell nur eine leichte Reizung mit Husten, aber im Verlauf, gerade nach wenigen Stunden, beginnen die Puderbröckchen zu quellen, es kommt zu einer starken Reaktion der Schleimhaut und dann zu akuter Atemnot. Den Kindern kann es dann sehr schnell sehr schlecht gehen.

Wann immer ein solcher Unfall passiert, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Babypuder ist problemlos ersetzbar. Durch Lotionen und Cremes bei der Wundpflege am Gesäß, durch Alkoholbehandlung in der Nabelpflege kann man auf diese mitunter gefährliche Substanz verzichten. Und viele Kinderkrankenschwestern bestätigen: Eine mit Puder behandelte Windeldermatitis droht eher zu verkleben, bei der folgenden Reinigung reißt die Haut auf, und der Befund verschlimmert sich.

Also bitte: Versuchen Sie, auf Puder zu verzichten - oder achten Sie zumindest auf Verpackungsöffnungen, die so klein sind, dass nur geringe Mengen austreten können.

Weitere ausführliche Information (in Englisch)

Quelle:
www.clickfish.com/kinderheilkunde
Oktober 2001

Dr. med. Oliver Harney
arbeitet als Facharzt der Pädiatrie an der Kinderklinik Ludwigsburg in der Nähe von Stuttgart. Er ist 33 Jahre alt, verheiratet und frischgebackener Papa einer Tochter.
Bei clickfish leitet er das Resort "Kinderheilkunde".

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