Brust - Selbstuntersuchung (Anleitung)

von Dr. med. Christian Rössler


Aller Anfang ist schwer...

... sagt ein altes Sprichwort. Vielleicht fällt es auch Ihnen zunächst etwas schwer, das richtige Gefühl für die Beurteilung Ihres Brustgewebes zu entwickeln.

Lassen Sie sich davon nicht entmutigen. Vielen Frauen geht es genauso. Aber schon bald wird die Untersuchung für Sie zur Routine werden.

Wann und wie oft sollte ich meine Brust untersuchen ?

Es empfiehlt sich, die Untersuchung einmal im Monat durchzuführen - am besten in den Tagen nach der Monatsblutung. Tritt bei Ihnen keine Monatsblutung mehr auf, bietet es sich an, daß Sie die Untersuchung jeweils zum Monatsbeginn machen.

Am besten nehmen Sie die Selbstuntersuchung nach einem Dusch- oder Vollbad vor. Sie haben dann die notwendige Ruhe und Zeit, Ihre gewohnte Körperpflege durch die Untersuchung zu ergänzen.

Was kann ich durch Betrachtung feststellen ?

Stellen Sie sich vor einem Spiegel auf, der Ihnen die bequeme Betrachtung Ihres gesamten Oberkörpers erlaubt.

Bei der Betrachtung der Brust sollten Sie folgenden Veränderungen besondere Aufmerksamkeit schenken:

Sie sollten Ihre Brust zunächst mit hängenden Armen betrachten. Stützen Sie anschließend beide Arme in den Hüften ab (links), führen Sie dann die Arme über den Kopf (rechts).

Tasten Sie zunächst im Sitzen oder Stehen mit der linken Hand die rechte Brust ab, und zwar jedes Brustviertel vom Brustrand zur Brustwarze hin.

Der Druck, den Sie dabei auf das Brustgewebe ausüben, sollte Ihnen keine Schmerzen verursachen.

Anschließend tasten Sie die linke Brust mit der rechten Hand auf die gleiche Weise ab. Denken Sie außerdem an die Tastuntersuchung der Achselhöhlen (links).

Drücken Sie anschließend jede Brustwarze zwischen Daumen und Zeigefinger (rechts). Sollte sich dabei Flüssigkeit absondern, teilen Sie uns dies bitte mit.

Die Tastuntersuchung von Brüsten und Achselhöhlen sollte dann in liegender Position, wie oben dargestellt, wiederholt werden, und zwar sowohl mit angelegtem Arm den entsprechenden Brustseite wie auch mit über dem Kopf erhobenem Arm.

Bitte achten Sie bei der Tastuntersuchung auf folgende Veränderungen:

Durch die Selbstuntersuchung gewinnen Sie in der Regel die beruhigende Erkenntnis, daß sich keine auffälligen Veränderungen bei Ihnen ergeben haben. In den seltenen Fällen, in denen Sie doch eine Auffälligkeit entdecken, sollten Sie nicht erschrecken. Oft ergibt eine weitere Abklärung der Veränderungen einen harmlosen Befund.

Sie sollten jedoch bei Auffälligkeiten nicht zögern, fachlichen Rat einzuholen und Ihre Frauenarztpraxis aufzusuchen. In der Regel wird man dann den beruhigenden Befund einer harmlosen Veränderung feststellen oder, soweit erforderlich, zusätzliche Untersuchungen vomehmen bzw. einleiten.

Auch wenn sich bei der weiteren Diagnostik ergibt, daß die Veränderung auf eine Erkrankung zurückzuführen ist, gibt es heute viele therapeutische Möglichkeiten, die eine Heilung ermöglichen. Sie selbst haben in einem solchen Fall durch die frühzeitige Feststellung der Veränderungen im Brustgewebe einen wichtigen Beitrag zu Ihrem größtmöglichen Wohlbefinden geleistet.

Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der
Firma Solvay Arzneimittel GmbH Hannover

Dieser Beitrag wurde uns zur Verfügung gestellt von:
Dr. med. Christian Rössler - Oranienburg (bei Berlin)
http://www.praxis-dr-roessler.de

2003

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