Erste Ordinaria für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Zum ersten Mal ist in Deutschland eine Frau auf einen Lehrstuhl für Frauenheilkunde und Geburtshilfe berufen worden.

Marion Kiechle, Professorin der Medizin, leitet seit April 2000 die Frauenklinik im Klinikum Rechts der Isar (München). Zugleich übernimmt sie als erste Frau in Deutschland den C4-Lehrstuhl für Gynäkologie an der Technischen Universität München.

Marion Kiechle studierte in Freiburg, wo sie auch 1995 ihre Habilitation ablegte. Zuletzt arbeitetete sie als leitende Oberärztin an der Universitätsklinik Kiel. Die Wissenschaftlerin widmet sich schwerpunktmässig der Tumorforschung. Sie hat sich einen Namen in der minimalinvasiven Chirurgie gemacht.

Bayerns Wissenschaftsminister Hans Zehetmair hatte sich mit der Berufung von Frau Professor Kiechle im Dezember vergangenen Jahres über die Entscheidung der Berufungskommission hinweggesetzt: "Entscheidend war nicht, dass es sich um eine Frau handelt, sondern um eine glänzend qualifizierte Wissenschaftlerin."

Im Durchschnitt sind in Deutschland nur 5,5 % der Professorenstellen mit einer Frau besetzt.

In der Frauenheilkunde waren die Entscheidungsträger bisher ausschliesslich Männer.

Der Deutsche Ärztinnenbund hatte sich, wie viele andere Organisationen, für die Berufung der 39jährigen Wissenschaftlerin eingesetzt. In der Vergangenheit waren immer wieder männliche Bewerber berufen worden, mit der Begründung, es gebe keine geeigneten weiblichen Kandidaten für ein Ordinariat.

Daraufhin hatte der DÄB in einer unter den männlichen Ordinarien gestarteten Umfrage in Erfahrung gebracht, "[..]daß nach Einschätzung der Lehrstuhlinhaber genügend wissenschaftlich qualifizierte Kandidatinnen für einen C4-Lehrstuhl vorhanden seien und eine derartige Berufung wünschenswert sei.[..]"

Frau Dr. Astrid Bühren, Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes, begrüsste die historische Entscheidung Zehetmair's mit den Worten:"[..]In einem medizinischen Gebiet, das ausschließlich Frauen behandelt, läutet diese Entscheidung endlich einen Sinneswandel ein [..]".

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