Die Charité
Universitätsklinikum
Medizinische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin
Zur Charité gehören heute neben vielen anderen Fachbereichen
Die Charité
Ihren Ursprung hatte die Charité im Jahre 1709. Aus Angst vor der grossen Pestepidemie in Schlesien wurde in Berlin 1710 ein Quarantäne-Gebäude (das sogenannte 'Pesthaus' oder 'Pockenhaus') errichtet, in dem Kranke isoliert werden sollten. Die Pest erreichte Berlin jedoch nicht. Das Gebäude wurde deshalb für arme und gebrechliche Kranke und Obdachlose genutzt. Ab 1727 wurde es als 'Bürgerlazarett für Arme' bereits auch ärztliche Ausbildungsstätte, aus der sich dann ein weltweit bekanntes und anerkanntes Zentrum der medizinischen Wissenschaften entwickeln sollte.
Den Namen erhielt die Charité von König Friedrich Wilhelm II.
(franz. charité = Nächstenliebe, Barmherzigkeit).
1810 wird die Berliner Universität eröffnet, die Charité wurde erst später Bestandteil der Medizinischen Fakultät. Seit 1949 trägt die Universität den Namen der Brüder Alexander und Wilhelm von Humboldt. An der neugegründten Humboldt-Universität habilitierte sich 1950 auch der Berliner Gelehrte und Frauenarzt Prof. Willibald Pschyrembel (bei Prof. Stoeckel), hier lehrte er auch bis zum Mauerbau 1961.
Die Charité - Medizinische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin - wurde nach der Neustrukturierung und Zusammenlegung des Universitätsklinikums Charité mit dem Virchow-Klinikum der Freien Universität Berlin nach dem Mauerfall Anfang der 90er Jahren zur größten medizinischen Fakultät Europas.
Campus Virchow
Benannt nach Rudolf Ludwig Carl Virchow (1821-1902). Prof. Virchow gilt als einer der grössten Gelehrten in der Geschichte.
Geboren in Schivelbein/Pommern (heute Polen), studierte er in Berlin und Würzburg. 1849 Lehrstuhl der Pathologie in Würzburg, 1856 Lehrstuhl der Pathologie an der Berliner Universität. Im selben Jahr Errichtung des ersten pathologischen Instituts der Charité. Rudolf Virchow betrieb weitreichende wissenschaftliche Forschung, er widmete sich u.a. auch einer anthropologischen, einer prähistorischen und einer pathologisch-anatomischen Sammlung. 1899 gründet er das Pathologische Museum an der Charité, heute 'Berliner Medizinhistorisches Museum'.
Der Name Rudolf Virchow ist fest mit dem öffentlichen Gesundheitswesen verbunden. Die Berliner Kanalisation ('Rieselfelder'), die Krankheits- und Sterblichkeitsstatistiken der Stadt, die ersten kommunalen Krankenhäuser, das erste städtische Kinderkrankenhaus, die heutigen Bonhoeffer-Heilstätten, der Bau von Parkanlagen und Kinderspielplätzen sowie ein in Preussen allgemeingültiges Gesetz zur Fleischkontrolle sind auch seinen Aktivitäten zu verdanken. Neben seiner medizinischen Lehrtätigkeit war Virchow auch politisch viele Jahre lang in Berlin aktiv.
Die Klinik für Geburtsmedizin - Campus Virchow
ist heute Teil des Perinatalzentrums im Campus Virchow. Die jährliche Geburtenzahl liegt bei etwa 3.800 Geburten. Ein hoher Anteil sind Risikogeburten (Frühgeburten, Mehrlingsgeburten, HIV-positive, vorgeburtlich festgestellte Fehlbildungen u.a.). Die Betreuung findet in einer ganzheitlichen, frauen- und familienorientierten, psychosomatisch geprägten Atmosphäre statt.
Die Behandlungs- und Forschungsschwerpunkte der Klinik für Geburtsmedizin sind u.a. die Behandlung der Frühgeburt (Prävention und Ursachenforschung), Mehrlingsschwangerschaft und -geburt, die Überwachung des Ungeborenen, die vorgeburtliche Diagnostik und Betreuung bei kindlichen Fehlbildungen und die Betreuung von Schwangeren mit Erkrankungen (Herz, Stoffwechsel, Augen, neurologische Erkr., Infektionen u.a.).
Die Klinik für Geburtsmedizin der Charité unter Leitung von Prof. Joachim Dudenhausen ist ein weltweit anerkanntes Forschungs- und Behandlungszentrum.
Mehr erfahren Sie hier:
Klinik für Geburtsmedizin der Charité
www.charite.de/rv/gebhilfe
Charité Campus Virchow
Klinik für Geburtsmedizin
Augustenburger Platz 1
D - 13353 Berlin
Tel.: +49 30-450-64072
Fax : +49 30-450-64901
www.charite.de/rv/gebhilfe
Die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe - Campus Mitte
Die UFK der Charité kann auf eine traditionsreiche Geschichte der Geburtshilfe zurückblicken. Das erste Geburtshaus befand sich in einem Privathaus in der Oranienburger Str. 29 und wurde von Adam Elias von Siebold (1817-1828) geleitet.
Die heutige UFK hat sich aus zwei Vorgängerinnen entwickelt:
der Frauenklinik im ursprünglichen Charité-Gelände (1883-1951) und der Frauenklinik in der Artilleriestraße 18 bzw. in der Tucholskystr. 2 (1882-1982).
Bereits vor der Gründung der Universität im Jahre 1810 wurde an der Charité klinische Geburtshilfe betrieben und zwar seit 1727 (u.a. J.F. Henkel, J.F. Meckel, F. Kluge, J.H. Schmidt, J.V. Schöller, C.S. Credé, S. Kristeller).
Nach Gründung der Universität (1810) zählten zur Charité:
Die Geburtshilfliche Klinik in der Oranienburger Strasse (1817-1829)
Die Geburtshilfliche Klinik in der Dorotheenstrasse (1828-1882)
Die Neue Frauenklinik in der Artilleriestrasse 18 (1882-1982)
Die Frauenklinik im ursprünglichen Charité-Gelände (1883-1951), entstanden aus der Entbindungsanstalt im ehemaligen Pockenhaus.
Seit 1982 befindet sich die UFK am Alexanderufer/Ecke Invalidenstraße.
Gynäkologische Abteilungen kamen erst in der Mitte des vorigen Jahrhunderts dazu. Aus verstreut liegenden kleineren Entbindungsanstalten entstand im Laufe von vielen Jahrzehnten unter dem Einfluss vieler namhafter Mediziner (wie Carl Sigmund Credé, Ferdinand Sauerbruch, Walter Stoeckel, Carl Schröder, Eduard Martin, Robert v. Olshausen, Ernst Bumm, Hans Bayer, Helmut Kraatz u.v.a.) das heutige Behandlungszentrum.
Im Jahr werden heute hier etwa 1.600 Kinder hier geboren. Die Abteilung Pränatale Diagnostik und Therapie sowie das angeschlossene Perinatalzentrum gewährleisten eine umfassende Betreuung auch von Risikoschwangeren. Die Leitung der Klinik hat Prof. Werner Lichtenegger.
Mehr erfahren Sie hier:
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Charité
www.charite.de/ch/ufk
Charité Campus Mitte
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Schumannstr. 20-21
10117 Berlin
Tel.: +49 30-2802-2882
Fax: +49 30-2802-1180
www.charite.de/ch/ufk
Der UFK ist eine Hebammenschule angeschlossen:
Schule für Hebammenwesen
des Uni-Klinikums Charité der Humboldt-Universität zu Berlin
Schumannstrasse 20-21
10117 Berlin
Tel.: 030-2802-3034/-3850
Quellen und Links:
Berliner Medizinhistorisches Museum
Institut für Geschichte der Medizin
- Albert-Ludwigs-Universität Freiburg -
Literatur:
Die Charité.
Die Geschichte eines Weltzentrums der Medizin
Gerhard Jaeckel
Ullstein TB, 1999; ISBN: 3548332358
Rudolf Virchow
Heinrich Schipperges
Rowohlt TB, ISBN: 3499505010
Grosse Charite- Ärzte.
In Krieg und Frieden hautnah erlebt
Werner Podszus
BoD, Norderstedt; 2000; ISBN: 3898113930
Die Medizin an der Berliner Universität
und an der Charite zwischen 1810 und 1850
Peter Schneck, Hans-Uwe Lammel (Hg.)
Matthiesen, 1995; ISBN: 3786840679
Pathologisch - Anatomisches Cabinet
Peter Krietsch, Manfred Dietel, Rudolf Meyer
Blackwell Wissenschafts-Verlag, 1996; ISBN: 3894122544
© 2000, Silvia Skolik
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