Legales Klonen von Embryonen
Überrennt uns die Entwicklung?

30.1.2001

Bis zu 14 Tage alte Embryonen dürfen in Grossbritannien ab sofort genetisch vervielfältigt, d.h. geklont werden. Selbstverständlich nur zu Forschungszwecken. Das 'Therapeutische Klonen' soll dem Wohle der Menschheit dienen.
Zweck:
Züchtung von menschlichem Gewebe sowie Wege zur Heilung von Krankheiten wie Leukämie, AIDS, Parkinson, Diabetes, Krebs u.a. zu finden. Ausserdem versprechen sich die Briten davon eine Weltrangstellung in der Bio- und Gentechnologie.

Das Klonen * von Menschen ist in UK nach wie vor verboten.
Es wird ‚nur' Menschenmaterial geklont. Im Klartext heisst das:
Embryonen = Menschen werden zu "Forschungszwecken" gezüchtet, gebraucht und danach entsorgt.
Menschliches 'Embryonen-Material' wird also für bestimmte Zwecke benutzt. Forschungdepot und Ersatzteillager Embryonen-Bank?

Es kommt noch viel besser:

In einem der Öffentlichkeit bisher nicht näher bekannten Mittelmeer-Anrainerstaat läuft bereits der erste offizielle Versuch, einen Menschen zu klonen.

Dieser Versuch ist ernst zu nehmen. Er wird von internationalen Wissenschaftlern betrieben, die ganz offensichtlich von der Idee besessen sind, Menschen zu erschaffen! Frankenstein in neuem Gewande?

Die bisherigen Informationen zur geografischen Lage dieser Menschenklon-Fabrik lassen zumindest den Verdacht zu, dass es sich bei der unterstützenden Regierung nicht um eine demokratische handelt. Eigennutz?

Zur Durchführung: eine normale Zelle oder Stammzelle eines Mannes (oder einer Frau) soll mit der Eizelle einer Frau verschmolzen werden. Das Erbmaterial in der weiblichen Eizelle wird dazu vorher entfernt. So entsteht ein Embryo mit den ausschliesslichen Erbinformationen des Stammzellen-Spender-Mannes oder der -Frau.

Ausgetragen wird dieser Klon-Embryo von einer Leihmutter, für die das in ihrer Gebärmutter heranwachsenden Klönchen ein völlig fremdes Wesen ist. Mutterliebe? Ekel? Psychische Probleme?

Für diesen Versuch werden ausserdem hunderte von weiblichen Eizellen benötigt, die von Frauen nach aufwendiger und nicht ganz risikofreier Hormonbehandlung "gespendet" werden müssen. Frauen als Eizellen-Lieferanten für fragwürdige wissenschaftliche Versuche?

Die wenigen ‚auserlesenen' - letztendlich von den Wissenschaftlern unter hunderten von Versuchsklonen als lebenswert erachteten - Klonzüchtungen dürfen dann ihren Weg in diese Welt antreten. Die nicht so gut gelungenen werden weggeworfen oder in einem späteren Stadium ihrer Entwicklung abgetrieben. Klon-Schutzgesetz?

Der weiteren Entwicklung kann man gespannt und mit Grauen entgegensehen. 2002 - Beginn einer neuen Zeitrechnung?

Schöne Aussichten.


Wessen ‚Kind' ist das Klon-Kind?

Oder anders gefragt:

Wem gehört der Klon - die Klonin?

Dieses Kind hat eindeutig KEINE MUTTER und KEINEN VATER !

Der nächste Schritt:

Das Klonen von genmanipulierten Menschen.

ANDi, der erste genmanipulierte Rhesusaffe ist bereits geboren. Damit haben die Wissenschaftler beweisen können, dass die Veränderung von Erbinformation bei Primaten, zu denen auch der Mensch gehört, möglich ist.

Der übernächste Schritt:

Das Produzieren von Chimären ** (Mensch-Tier-Lebewesen)

Das Patent dafür wurde bereits 1999 vergeben.
Ebenso schockierend wie die Nachricht über das geplante Menschenklonen wird uns wahrscheinlich in nächster Zukunft der Erfolg der Wissenschaft zum ersten gelungenen Chimären-Produkt treffen: Vielleicht ein nettes Menschenschaf oder eine kleine Vogelfrau?

Diese Entwicklung ist beängstigend!
Die Manipulation der Spezies Mensch passiert rasend schnell.
Legale Bestimmungen werden den Missbrauch nicht verhindern können.

SCHÖNE NEUE WELT... !!!

* Klon
[...] (gr. Zweig, Schößling) m: Gruppe von genetisch identischen Zellen oder Organismen, die durch Teilung (ungeschlechtliche Fortpflanzung) aus einer einzigen Zelle oder einem einzelnen Organismus hervorgegangen sind.
Klonierung
Aufzucht einer Zellkultur, die sich von einer einzelnen, genotypisch definierten Zelle herleitet: Vervielfachung mit dem Ergebnis identischer Organismen.Vgl.
DNA Klonierung (Klon*)Verfahren der Gentechnologie zur Selektion und Züchtung von Zellen, die alle ein identisches fremdes DNA-Fragment enthalten....Ziel ist die selektive Vermehrung eines DNA Fragments....[...]

** Chimäre
[...]...(gr. Chimaira nach der griechischen Mythologie ein dreiköpfiges Ungeheuer) f. 1. (immun) Organismus, in dem gegenüber genetisch differenzierten Zellen bzw. Geweben eine Immuntoleranz besteht....
2. (genetisch) aus der DNA verschiedener Spezies gentechnologisch rekombinierte DNA-Moleküle...[...]

Pschyrembel Klinisches Wörterbuch


Therapeutisches Klonen
Zum therapeutischen Klonen werden Stammzellen eines wenige Tage alten menschlichen Embryos benutzt. Aus diesen Zellen kann fast jede Art von menschlichem Gewebe (Organe, Knochen, Knorpel, Nerven, Muskeln, Blut) entstehen bzw. gezüchtet werden. Diese Stammzellen werden durch Klonierung von Körperzellen (des Patienten) gewonnen. Das Erbgut dieser Körperzelle wird in eine entkernte weibliche Eizelle (die weiblichen Erbmerkmale existieren nicht mehr) eingeschleust. Aus der Blastozyste (= Entwicklungsstadium des Embryos etwa am 4. - 8. Tag) werden embryonale Stammzellen entnommen, aus denen die benötigte/gewünschte Gewebeart gezüchtet werden kann. Das neugezüchtete Gewebe wird als Transplantat verwendet.
Mit dieser Methode des Klonens aus embryonalen Stammzellen soll die Abstoßungsreaktion vermieden werden, die bei Transplantaten von Fremdgewebe auftritt und ein Behandlungsrisiko darstellt.
Mit den durch Klonierung gewonnenen embryonalen Stammzellen wird auch die Behandlung verschiedener Krankheiten durch genetische Manipulation erforscht.

Weiterführende Informationen:

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