Herzlichen Glückwunsch!
Zur Geburt des ersten genetisch ausgewählten Baby's

Dank der Präimplantationsdiagnostik:
Der erste 'genetisch ausgewählte' Mensch in Europa hat im November 2000 in Clamart, südlich von Paris, das Licht der Welt erblickt: Baby Valentin.

Fast unbemerkt wurde an der Geschichte der Menschheit weitergeschrieben: Durch den Einsatz der vorgeburtlichen genetischen Diagnostik (= Diagnostik im Reagenzglas vor der Implantation des Embryos in die Gebärmutter) hat man Baby Valentin damit das Schicksal seiner drei Geschwister erspart, die mit einem vererbten tödlichen Leberenzymmangel zur Welt gekommen waren.

Das heisst im Klartext: Die in vitro befruchtete Eizelle (= Embryo, hier Baby Valentin) ist im Reagenzglas auf genetische Defekte untersucht worden. Das Ergebnis hat zur Selektion (Auswahlverfahren) des gesunden Embryos - ohne genetische Defekte - geführt, der dann implantiert worden ist.
Wäre ein genetischer Defekt diagnostiziert worden, hätte man diesen Embryo wohl nicht 'genetisch ausgewählt'.

In diesem Fall ein Segen für die Eltern und für Baby Valentin. Aber die Gefahr des Missbrauchs liegt auf der Hand. Ehrlicher Weise sollte man hier von der Präimplantations-Selektion als Konsequenz der vorangegangenen Diagnostik sprechen.

In Frankreich sind mehrere Medizinische Zentren - u.a. in Paris, Strassbourg und Montpellier - berechtigt, die Präimplantationsdiagnostik durchzuführen und ein genetisches Auswahlverfahren zu praktizieren. In den Niederlanden, Schweden, Belgien, Grossbritannien, Australien und den USA ist die PID ebenfalls erlaubt.

In Deutschland ist die PID mit anschliessendem Auswahlverfahren bisher (noch) verboten. Über eine Änderung des Embryonenschutzgesetzes wird in diesem Zusammenhang diskutiert.

Weiterführende Information:

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