ANDi - erster genmanipulierter Primat geboren
Januar 2001


Die Amerikaner nennen den kleinen Affen ANDi.
( = inserted DNA > eingefügte DNS *, rückwärts gelesen).
Am Primaten-Forschungszentrum der Health Science University in Portland/Oregon wurde Ende letzten Jahres der erste gentechnisch 'modifizierte' Rhesusaffe geboren. Damit steht fest, dass eine gentechnologische Veränderung bei Primaten - zu denen auch der Mensch zählt -möglich ist.

Es ist den Forschern gelungen, mit Hilfe eines Virus ein fluoreszierendes Quallen-Gen in die Eizelle einzuschleusen, bevor sie befruchtet wurde. Dieses Gen soll in diesem Fall lediglich dem Nachweis dienen, dass die Methode funktioniert.

Gentechnische Veränderung - Genmodifikation - Genmanipulation.

Diese Methode wird seit Jahren im Tierversuch (u.a. an Mäusen und Schafen) ausprobiert. Ziel ist es, einen praktikablen Weg zu finden, mit dem in Zukunft auch beim Menschen einfach und sicher die Erbinformation verändert werden kann.

Nach Angaben der Wissenschaftler geschieht das zum guten Zweck:
Arzneimittel zur Behandlung von Aids, Diabetes, Leukämie, Krebs, Parkinson u.a. sollen mit dieser Technik leichter und schneller erforscht werden können. Die Wissenschaftler streben an:

  1. im Tierversuch (Primaten-Versuch) bessere 'Krankheitsmodelle' schaffen zu können und
  2. die Methoden der Gentherapie (genetische Manipulation) für den/am Menschen zu verfeinern und zu perfektionieren, um sie im breiten Rahmen praktisch anwenden zu können.

Die gentechnische Veränderung von Säugetieren ist bislang immer sehr schwierig gewesen. Auch bei diesem Versuch war ein grosser Aufwand notwendig:

Dass der Versuch jetzt zum ersten Mal bei einem (nicht menschlichen) Primaten erfolgreich war, lässt vermuten, dass diese Technik in naher Zukunft auch beim Menschen eingesetzt wird.

Quelle:
Science Magazine
# 5502, 12.January 2001
u.a.


* DNS/DNA Träger der Erbinformation
Desoxiribonukleinsäure, Desoxiribonucleid acid (engl.)
[…] …Die Reihenfolge der Basen (genetischer Code*) codiert die Information für das spätere Genprodukt*, meist ein Protein (Strukturprotein od. Enzym). DNA bildet bei den meisten Lebewesen (mit Ausnahme der sogenannten RNA-Viren) das genetische Material* (Träger der Erbinformation) Die DNA liegt meist als Doppelstrang vor…> Doppelhelix. …Die DNA ist vorwiegend im Zellkern (nukleus) und dort in den Chromosomen* lokalisiert, Träger der genetischen Information* und besitzt die Fähigkeit zur Reduplikation*.[…]

Chromosomen
[…] …sog. Erbkörperchen; sichtbare Träger der genetischen Information….Auf den Chromosomen sind die Gene (Erbanlagen) sichtbar angeordnet. Sie sind in der befruchteten Eizelle und in allen Körperzellen (Zygote) doppelt vorhanden (diploider Chromosomensatz), mit Ausnahme der Geschlechtschromosomen des heterogametischen Geschlechts (beim Menschen das männliche Geschlecht). In den Keimzellen ist nach den Reifungsteilungen nur ein einfacher Chromosomensatz vorhanden…Das genetische Material in den Chromosomen besteht aus fadenförmigen DNA-Molekülen, die die Struktur einer Doppelspirale aufweisen. Die Anzahl der Chromosomen ist ein artspezifisches Merkmal. Der Mensch besitzt 23 Chromosomenpaare (homologe Chromosomen), also im diploiden Satz 46 Chromosomen…[…]

Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 256. Auflage

Weiterführende Informationen:

zurück
© 2000-2010 Geburtskanal ™
Impressum

Aktualisiert: 12.04.2012  webmaster@geburtskanal.de
ANZEIGE