Homöopathie in der Schwangerschaft
Erfahrungen einer Mutter

Mein Name ist Birgit Gierlich und ich habe unter anderem durch meine drei Schwangerschaften die klassische Homöopathie sehr bewusst erleben und ihre Vorteile erfahren dürfen. Bei der klassischen Homöopathie handelt es sich um die Lehre des Arztes Samuel Hahnemann, der vor vielen Jahren die Wirkungsweise homöopathischer Mittel in seinem "Organon der Heilkunst" beschrieben hat und an die sich jeder klassische Homöopath hält. Im Gegensatz zur Schulmedizin (Allopathie) beruht die Wirkungsweise der Homöopathie auf dem Ähnlichkeitsprinzip: Ähnliches kann durch Ähnliches geheilt werden.

Ich habe den Unterschied zwischen der schulmedizinisch und der homöopathisch betreuten Schwangerschaft erlebt. Bei allen drei Schwangerschaften bin ich mit Hilfe der Homöopathie schwanger geworden. Die erste Schwangerschaft war eine schulmedizinisch begleitete Schwangerschaft. Leider wusste ich damals noch nicht, wie hilfreich gerade in der Schwangerschaft die Homöopathie sein kann. Die zweite Schwangerschaft war eine Eileiterschwangerschaft. Die OP wurde mit der klassischen Homöopathie vorbereitet und die Nachbehandlung wurde damit abgeschlossen.

Meine dritte Schwangerschaft war die schönste! Ich hatte eine klassisch homöopathisch begleitete Schwangerschaft, von der ich heute (1 Jahr später) noch profitiere. Da diese Schwangerschaft so schön war und ich leider bei meiner ersten Schwangerschaft noch nichts von den Vorteilen der Homöopathie wusste, möchte ich an dieser Stelle darüber berichten - insbesondere denen, die schwanger werden wollen.

Eine Schwangerschaft empfinde ich persönlich als die schönste Zeit im Leben einer Frau. Und da wir Frauen gerade in dieser Zeit sehr empfänglich und offen für vieles sind, bietet sich eine gute Möglichkeit, sich gemeinsam mit dem Kind auf diese Heilmethode einzulassen. Die Homöopathie kann bei akuten und bei chronischen Krankheiten helfen. Egal in welcher Situation der Mensch ist, also egal, ob schwanger oder nicht. Sie ist frei von Nebenwirkungen, wenn das richtige Mittel sorgfältig von dem betreuenden Homöopathen ausgewählt wurde. Ist das der Fall, kann es nicht nur der Mutter helfen, sondern stärkt zudem auch noch das ungeborene Kind. Die bevorstehende Geburt kann mit homöopathischen Mitteln, die die werdende Mutter im Laufe der Schwangerschaft erhält, vorbreitet werden. Das kann zum Ende hin - in der Krönung der Schwangerschaft, der Geburt - von grossem Vorteil sein.

Bei welchen Beschwerden und Krankheiten kann denn eigentlich die klassische Homöopathie während der Schwangerschaft helfen?

Das ist eigentlich ganz einfach erklärt! Ich möchte mit den üblichen Erkältungskrankheiten anfangen, wie Schnupfen, Husten, Ohrenschmerzen: hier gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Mitteln, die Linderung verschaffen, z.B. Pulsatilla, Belladonna, Nux vomica. Dann kommen die typischen Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit, Sodbrennen und Erbrechen: z.B. Ignatia, Nux vomica oder vielleicht Sepia. Nicht zu vergessen sind die oft so lästigen Krampfadern, die Schlafstörungen oder die Kopfschmerzen bis hin zur Migräne. Ist beispielsweise der Auslöser der Kopfschmerzen eine unangenehme Nachricht (vielleicht nach einem Termin in der Schwangerenvorsorge), so kann die Ursache mit der Homöopathie behoben werden und die Mutter verliert die Angst vor der nächsten Untersuchung. Bei Kopfschmerzen oder Migräne brauchen wir Frauen nicht zu Medikamenten zu greifen, die unserem Kind nur eventuellen Schaden zufügen.

Dann gibt es natürlich auch die Akutbehandlung bei Unfällen. Wir alle wissen, dass wir uns nicht röntgen lassen sollen, wenn wir schwanger sind. Aber was ist, wenn eine Frau ein kleines Wesen unter dem Herzen trägt und gerade dann einen Unfall hat... und nicht weiß, ob z.B. der Arm gebrochen ist. Ich hatte einen solchen Unfall in meiner dritten Schwangerschaft und verweigerte das Röntgen. Ich entschied mich stattdessen für ein homöopathisches Mittel, welches die Knochenverletzung heilte und meine dazugehörigen Schmerzen linderte. Zusätzlich bekam ich eine Gipsschiene, denn selbst bei einer Prellung, die so starke Schmerzen aufwies, hätten die Ärzte eine Schiene gemacht. Ich musste nur öfter als sonst zur Kontrolle, aber dem Röntgen konnte ich zum Schutze meines Kindes aus dem Weg gehen.

Zu erwähnen sind auch die Gemütsschwankungen einer werdenden Mutter. Wie wir Frauen ja wissen, verändert sich oft die Gefühlslage der Frau während der Periode, und auch während der Schwangerschaft kommt es häufig zu einer Veränderung der Gemütsstimmung. "Schuld" daran sind die Hormone, es gehört also einfach dazu. Da gibt es z.B. die weinerliche Frau, die gestresste Frau, die überempfindliche Frau. Für jeden Typ und jede Gemütsstimmung gibt es in der Homöopathie Mittel, die der Frau in der Schwangerschaft helfen, um mit einigen nicht begreifbaren Dingen besser umgehen zu können. Und wenn die Mutter sich wohl fühlt, geht es dem Kind um so besser.

Auch bei vorzeitigen Wehen kann die Homöopathie hilfreich sein. Hier ist es allerdings wichtig zu erwähnen, dass keine Eigenbehandlung anhand von Ratgebern durchgeführt werden sollte. Die Behandlung sollte von einem klassischen Homöopathen - nach Abklärung der Ursachen für diese vorzeitige Wehentätigkeit (durch Frauenarzt, Hebamme) - erfolgen. Um das richtige Mittel zu finden, bedarf es einer guten Kenntnis des ganzen Menschen und einer genauen Analyse der Symptome. Ich denke in diesem Zusammenhang an den Satz meines Lehrers: Wenn der Elektroherd kaputt ist, wird dieser auch vom Elektriker repariert.

Die Homöopathie behandelt den ganzen Menschen. Für den Homöopathen ist wichtig, wie die Gemütslage der werdenden Mutter ist, ihre eventuellen Gelüste, geänderte Schlafgewohnheiten und ob Schwangerschaftsbeschwerden aufgetreten sind. Alle diese Symptome werden zusammengetragen und in einer Art Fischernetz verbunden: heraus kommt nur ein einziges Mittel, welches der Mutter hilft und ihr und dem Kind für den Rest der Schwangerschaft Kraft für die bevorstehende Geburt gibt.

Statistische Zahlen über homöopathisch begleitete Schwangerschaften:

Ich möchte mich gerne auf eine Quelle beziehen. Sie ist aus der Zeitschrift Homöopathie Aktuell, Ausgabe 1/1998. Der Text ist von Frau Dr. Regina Kienel. Frau Kienel hatte eine Geburtsstatistik erstellt. Die Daten wurden in ihrer
homöopathischen Frauenarztpraxis von Dez. 93 bis Nov. 97 erfasst und beziehen sich auf ihre Patientinnen, die sie während der Schwangerschaft klassisch homöopathisch betreut hatte. Sie schreibt:
[...] "Es stehen einer Zahl von insgesamt 792.830 Lebendgeburten in ganz Deutschland im Jahr 1992 meine bescheidene Zahl von 293 Lebendgeburten in den Jahren Dez. 1993 bis Nov. 1997 gegenüber. (...) Bei insgesamt 122.583 Patientinnen bundesweit wurde 1992 ein Kaiserschnitt durchgeführt, das entspricht einem Prozentsatz von 17,1. Bei meinen Patienten musste dagegen lediglich bei 10,9 Prozent ein Kaiserschnitt durchgeführt werden. (...) ... Frühgeburtlichkeit: Einem Prozentsatz von bundesweit 7,2 im Jahr 1992 steht eine Frühgeburtlichkeit aus meiner Praxis von weniger als die Hälfte entgegen, hier von Dez. 1993 bis Nov. 1997 mit 3,1 Prozent,. Also 7,2 zu 3,1 Prozent." [...]


Andere Aspekte:

Schwangerenvorsorge: In der Schulmedizin ist es heute "normal" geworden, während der Schwangerschaft regelmässige Ultraschalluntersuchungen und ab einem bestimmten Alter der Frau eine Fruchtwasseruntersuchung durchzuführen. Die Homöopathen lehnen das nicht komplett ab. Diese Untersuchungen sollten jedoch nicht unnötig gemacht werden, z.B. um nur mal zu schauen, was das Kind gerade macht oder ob es ein Mädchen oder ein Junge ist. Alle diagnostischen Maßnahmen sollten auch nur nach guter Information und Aufklärung stattfinden.
Impfen: Hat sich nun eine werdende Mutter mit der klassischen Homöopathie spätestens in der Schwangerschaft auseinandergesetzt, kommt früher oder später die Frage nach Impfungen. Das Thema Impfen ist ein sehr schweres Thema, welches in der Homöopathie immer wieder auftaucht. Die Schulmedizin sagt, Impfungen sind wichtig, die Homöopathie sagt, Impfungen bringen den Organismus in ein Ungleichgewicht und machen ihn krank: z.B allergieauslösend (man denke an die Eiweißallergie - Neurodermitis), Lernschwierigkeiten, Psychische Erkrankungen wie Schizophrenie oder Neurosen, Stoffwechselkrankheiten oder Verhaltensauffälligkeiten im Wesen und Verhalten des Geimpften. Den für seine Kinder richtigen Weg muss jede Mutter und jeder Vater selber entscheiden. Gut informiert zu sein, ist die Grundvoraussetzung dafür. Tauscht Euch aus, fragt Fachleute nach empfehlenswerten Büchern, besucht Foren oder schliesst Euch den entsprechenden Mailinglisten an - und dann erst überlegt, was Euer Kind bekommen sollte und was nicht.
Wenn Sie diesen Artikel lesen und (noch) nicht schwanger sind:
Vielleicht stellen Sie sich diese Frage: Kann man da auch etwas im Vorfeld machen? Natürlich! Wenn Mutter und Vater bereits vor der Zeugung in einer klassischen homöopathischen Behandlung waren, können sie ihrem zukünftigen Kind mehr Gesundheit mit auf dem Weg geben. In der Homöopathie spricht man hier von einer Konstitutionsbehandlung und der Miasmenlehre. Dafür lohnt sich der Einsatz, auch unter dem - leider weniger erfreulichen - Aspekt, dass die homöopathische Behandlung in aller Regel als Privatbehandlung abgerechnet wird.
Zum guten Schluss:
Jeder einzelnen Leserin und jedem einzelnen Leser wünsche ich für die Zukunft ganz viel Gesundheit und hoffe, dass ich mit meinen Erfahrungen einen kleinen Beitrag dazu leisten konnte. Wer mehr über mich erfahren möchte, der schaue doch einfach mal auf meiner Homepage. Hier schreibe ich ausführlich über meine drei Schwangerschaften und erkläre die Homöopathie ein wenig mehr.

Liebe Grüsse und alles Gute für die Zukunft J

Birgit Gierlich
e-mail: Bsgierlich@aol.com
www.homoeopathie-schwanger.de.vu

Juni 2003

Hinweis:
Die im Artikel erwähnten homöopathischen Mittel sind nicht dazu gedacht, eine Eigenbehandlung durchzuführen. Sie dienen lediglich als Behandlungsbeispiele und ersetzen keinesfalls den Besuch bei einem Heilpraktiker oder Arzt.

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