Information und Austausch zu Klumpfüßen
Hilfestellung für Betroffene

von Iris Pott

Nach der Hüftdysplasie sind Klumpfüße die zweithäufigste orthopädische Fehlbildung bei Neugeborenen. Sie können ein- oder beidseitig auftreten, wobei Jungen etwa doppelt so häufig wie Mädchen betroffen sind.

Mit Klumpfüßen wird eine komplexe Deformität der Füße beschrieben, die aus mehren Komponenten besteht. Jede dieser Komponenten kann in unterschiedlicher Stärke ausgeprägt sein, so dass es zahlreiche Variationen für ein und dieselbe Erkrankung ergibt. Betroffen sind neben den Knochen die Bänder, Sehnen und Muskeln.

Die Komponenten, die einen Klumpfuß ausmachen sind: Spitzfuß, Sichelfuß, Hohlfuß, das Stehen des Fußes auf dem Fußaußenrand und die Klumpfußwade.
Die Ursachen für die Entstehung eines Klumpfußes sind bis heute NICHT geklärt.
Wichtig bei der Diagnose von Klumpfüßen ist, das Ausmaß der Fehlstellung zu beurteilen. Danach richten sich Art und Länge der Therapie.

Es gibt grundsätzlich verschiedene Therapiekonzepte mit jeweils Vor- und Nachteilen. In vielen Fällen kann man bei konsequenter Anwendung eines dieser Konzepte durchaus auf verschiedenen Wegen zu ähnlich guten Ergebnissen kommen. Wichtig ist die persönliche Erfahrung und das Engagement des einzelnen Arztes/Therapeuten mit dem von ihm bevorzugten Konzept sowie die konsequente Mitarbeit aller anderen Beteiligten. Häufige Konzept-Wechsel führen erfahrungsgemäß zu weniger guten Ergebnissen.

Unterteilt wird die Behandlung in "konservative" (=nichtoperative) und operative Therapie. Zu den Mitteln der konservativen Therapie zählen: redressierende Gipse, Krankengymnastik, Schienen und Einlagen. Das Ziel der unterschiedlichen konservativen Therapien ist überall das Gleiche, lediglich die Ausführung unterscheidet sich in manchen Punkten. Welche Form der Therapie man wählt, ist sowohl vom behandelnden Arzt, als auch vom eigenen Gefühl als Eltern abhängig. Ähnliches gilt auch für die operativen Methoden.

Unbehandelt bliebe die Fehlbildung bestehen oder würde im Laufe des Wachstums noch zunehmen. Die Gelenke können dann aus ihrer normalen Position herausrutschen, die Knochen sich weiter deformieren und die Weichteile verhärten zunehmend, bis der Fuß völlig steif ist. Durch das Laufen auf den Aussenkanten entstehen Gleichgewichtsprobleme, die der Oberkörper ausgleichen muss. Eine dauerhafte Fehlbelastung der Gelenke führt zu frühzeitigem Verschleiß und Sekundärfolgen wie Arthrose.

Durch eine konsequente Therapie lässt sich heutzutage ein Klumpfuß in der Regel gut bis befriedigend korrigieren, wobei die Klumpfußwade nicht korrigierbar ist. Ebenso bleiben häufig Fußverkürzungen und Vorfußverbreiterungen, was den Kauf von Schuhen erschwert.

Die meisten Betroffenen sind nach Abschluss des Wachstums nicht mehr behandlungsbedürftig. Ein normales Leben ist möglich, bis hin zu normaler sportlicher Aktivität.

Mit unserer Internetseite möchten wir Betroffenen Hilfestellung bieten in Form von


Information: Aufklärung über das Krankheitsbild und seine Behandlungsmethoden und
Austausch: Hier können Betroffene aktiv an der Seite mitgestalten, indem sie z.B. ihre Geschichte in die Teilnehmerliste eintragen, wichtige Tipps und eigene Ideen ins Wiki setzen oder sich im Forum und Chat unterhalten.

Iris Pott ist Cutterin, Mutter von zwei Kindern, derzeit 4 und 5 Jahre alt,
Sohn Henning hat beidseitig Klumpfüße
Stephan Raimer, Vater von zwei Kindern, derzeit 2 und 5 Jahre alt,
Tochter Josephin hat beidseitig Klumpfüße

März 2002


Mehr Information, viele Tipps und ein Experten-Forum finden Sie hier:
Klumpfuss Info
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