Die Wissenschaft belegt, was Frauen schon lange wissen:
Mutterbrust betäubt den Schmerz
Das Saugen an der Mutterbrust hat bei Neugeborenen eine Schmerz betaeubende Wirkung.
Das stellten franzoesische Aerzte fest, die den Saeuglingen Blut abnahmen. Ihre Beobachtung koennte dazu beitragen, neue unschaedliche Betaeubungsmethoden fuer Saeuglinge zu entwickeln. Dadurch wuerden kleinere medizinische Eingriffe auch ohne den Einsatz von Medikamenten moeglich. Die Arbeit der Wissenschaftler vom Saint Germain Hospital erscheint in der aktuellen Ausgabe des "British Medical Journal".
Das Team von Yves Ville beobachtete 180 Neugeborene, denen aus verschiedenen Gruenden Venenblut entnommen werden musste.
Ein Teil der Babys saugte waehrend der Prozedur an der Mutterbrust, andere wurden dabei von der Mutter nur im Arm gehalten.
Zwei weitere Gruppen blieben auf einem Tisch liegen. Die eine erhielt eine Zuckerloesung und anschliessend einen Schnuller. Der Placebo-Gruppe verabreichten die Aerzte etwas Wasser.
Um die Staerke des bei der Venenpunktion empfundenen Schmerzes zu ermitteln, wurden Videoaufnahmen ausgewertet. Ausschlaggebend fuer die Bewertung auf einer Schmerzskala waren verschiedene Kriterien wie Lautaeusserungen, Gesichtsmimik, die Bewegungen von Armen und Beinen sowie die Veraenderung des Herzschlags.
Die Saeuglinge, die die Brust erhielten, sowie die Zucker-Schnuller-Gruppe zeigten deutlich geringere Anzeichen von Schmerzen als die Neugeborenen der beiden anderen Gruppen. 16 der 44 Babys, die gesaeugt wurden, schienen den Nadelstich gar nicht zu bemerken.
"Unsere Befunde sind von klinischer Bedeutung, da sie zeigen, dass durch Brustfuetterung waehrend medizinischer Eingriffe natuerliche Schutzmechanismen aktiviert werden koennen", schreiben die Autoren.
Welche biochemischen Vorgaenge dabei ablaufen, ist noch nicht bekannt. Im Gegensatz zu Untersuchungen anderer Wissenschaftler erfuhren die lediglich in den Armen gehaltenen Babys keine Schmerzlinderung. Das koennte damit zusammenhaengen, dass die Kinder bekleidet waren und keinen Hautkontakt mit der Mutter hatten, vermuten die Aerzte.
Quelle: British Medical Journal/ Wissenschaft aktuell /Leonardo-Newsletter vom 3.1.2003
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