PresseMitteilung der GkinD
Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und -abteilungen in Deutschland e.V.
http://www.gkind.de
Mainz/Siegen, September 2002
"Tag des Kinderkrankenhauses" am 8. September 2002:
Versorgung von kranken Kindern und Jugendlichen in Gefahr
Vergütungssystem DRGs ungeeignet für die Kinder- und Jugendmedizin
Die Kinderkliniken in Deutschland schlagen Alarm. "Die fach- und
kindgerechte stationäre Versorgung von kranken Kindern und Jugendlichen ist in Gefahr", sagt Jochen Scheel, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland (GKinD): "Das neue Vergütungssystem auf der Grundlage von DRGs muss unbedingt an die Erfordernisse der Kinder- und Jugendmedizin angepasst werden. Sonst bleibt die stationäre Kinder- und Jugendmedizin Kinderkliniken auf der Strecke und ihre jungen Patienten werden nicht mehr kompetent und ihren Bedürfnissen entsprechend versorgt."
Künftig werden die Leistungen der Krankenhäuser in Deutschland nach einem
neuen Vergütungssystem, auf Basis von DRGs, abgerechnet: freiwillig ab 2003, verpflichtend ab 2004. Das australische AR-DRGs-System (Version 4.1) ist Grundlage dieses neuen Vergütungssystems (G-DRG-System). Nur werde die australische Vorlage, so der GKinD-Vorstandsvorsitzende, der in Deutschland geforderten hundertprozentigen Abrechnung mit DRGs für die Versorgung von Kindern und Jugendlichen keinesfalls gerecht. Denn im australischen DRG-System werden Kinderkliniken und ihre Leistungen über andere Wege und nur zu einem geringen Anteil über DRGs finanziert, die - und das ist der Knackpunkt für die Kinderkliniken in Deutschland - den erheblichen Mehraufwand bei der Versorgung von Kindern nicht berücksichtigten.
Die aus den australischen DRGs resultierenden und erkennbaren Defizite
werden in Deutschland, wo die stationäre Kinder- und Jugendmedizin im
Gegensatz zu Australien komplett über DRGs abrechnen soll, zu immensen
finanziellen Einbußen für die Kinderkliniken führen und die stationäre
Kinderversorgung gefährden, erklärt Jochen Scheel: "Wir - das sind mehr als
zwanzig pädiatrische Fachgesellschaften und Arbeitsgruppen - haben uns im
Sommer 2000 in der verbändeübergreifenden DRG-Arbeitsgruppe der GKinD
zusammengeschlossen, um gemeinsam auf eine gerechte Anpassung der
australischen DRGs auf die Erfordernisse der Kinder- und Jugendmedizin in
Deutschland hinzuarbeiten."
Schon bei der Gestaltung der Fallpauschalen und Sonderentgelte
(Bundespflegesatzverordnung §11; 1.1.1995) seien die Besonderheiten der
Kinder- und Jugendmedizin ignoriert worden. Es sei, so Jochen Scheel, zu
befürchten, dass die Verantwortlichen diese Fehler erneut wiederholen
werden.
Der GKinD-Vorstandsvorsitzende: "Politik, die die vielbemühte Parole ,Kinder
sind unsere Zukunft' und das Wohl ihrer Kinder und Jugendlichen ernst nimmt, muss jetzt ihren Einfluss dahin gehend geltend machen, dass die
Selbstverwaltung eine für die Kinder- und Jugendmedizin gerechte Anpassung des australischen DRG-Systems vornimmt." So fordere die Kinder- und Jugendmedizin Alterssplits für Kinder und nicht weniger eigene DRGs für Kinder als für geriatrische Patienten, d.h. mindestens 72 anstatt 13 DRGs. Scheel warnt davor, die Frage der Kinder- und Jugendmedizin allein der Selbstverwaltung zu überlassen: "Wenn der Wille da ist, die Bedürfnisse von kranken Kinder und Jugendlichen zu berücksichtigen, dann muss die Politik jetzt Farbe bekennen und eingreifen."
Die Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderkliniken in Deutschland
(GKinD) ist ein moderner Trägerverband, in dem leitende Pädiater,
Kinderchirurgen und Kinder- und Jugendpsychiater sowie Pflegeleitungen und
Verwaltungsdirektoren aktiv zusammenarbeiten, um eine fachgerechte
flächendeckende stationäre Versorgung von Kindern und Jugendlichen sicher zu stellen. Sieben Jahre nach ihrer Gründung (1995, hervorgegangen aus der
Arbeitsgemeinschaft der selbständigen Kinderkliniken in Deutschland
aller Betten in Deutschland zu ihren Mitgliedern.
Seit 1998 organisiert GKinD anlässlich des UNICEF-Weltkindertages den "Tag
des Kinderkrankenhauses", bei dem die Kinderkliniken sich der Öffentlichkeit
mit ihren Leistungen präsentieren, aber die Auswirkungen von
gesundheitspolitischen Entwicklungen auf die flächendeckende Versorgung
aufzeigen. Am Sonntag, 08. September 2002, findet er zum fünften Mal statt.
Mehr Info:
GkinD
Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und -abteilungen in Deutschland e.V.
DGKJ e.V.
Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin
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