Der Plötzliche Säuglingstod - SID

SIDS = Sudden Infant Death Syndrom [auch Kindstod, Krippentod] bezeichnet den plötzlichen und unerwartet eintretenden Tod eines scheinbar gesunden Kindes nach dem 8. Lebenstag im ersten Lebensjahr.
Bis heute konnten die Ursachen für den plötzlichen Säuglingstod trotz intensiver Forschung im In- und Ausland nicht geklärt werden.

Der Tod tritt im Schlaf ein, oft hatte das Kind eine leichte (Atemwegs-) Infektion. Inwieweit die vorübergehende Immunschwäche nach Impfungen eine Rolle spielt, ist ungeklärt. SIDS ist in den westlichen Industrieländern heute die Haupttodesursache bei Kindern nach der Neugeborenenperiode bis zum Ende des ersten Lebensjahres (0,7/1000 Kindern in Deutschland, etwa 700 im Jahr).

Am häufigsten tritt der plötzliche Kindstod im 2. - 4. Lebensmonat auf, Jungen sind statistisch etwas häufiger betroffen, in den Wintermonaten ist die Zahl leicht erhöht. Der Plötzliche Säuglingstod kommt in allen sozialen Schichten vor und ist ein weltweites und altbekanntes Phänomen.

Da es sich immer um ein völlig unerwartetes und traumatisches Ereignis handelt, sind die betroffenen Eltern einem enormen psychischen Druck ausgesetzt, der noch durch die gesetzlich vorgeschriebene polizeiliche Untersuchung erschwert wird. Eine solche Untersuchung wird bei 'Todesfall mit unklarer Ursache' durchgeführt, um ein Fremdverschulden auszuschliessen. Damit wird auch der Verdacht ausgeschlossen, seinem Kind "etwas angetan" zu haben. Eine genaue Klärung der Todesursache bei plötzlichem Kindstod ist jedoch auch durch eine Autopsie heute noch nicht möglich.

Für die betroffenen Eltern können Hebammen in einer solchen Situation erste Ansprechpartnerinnen sein. Sie unterstützen emotional, u.a. auch bei dem Wunsch, in Ruhe von dem gestorbenen Baby Abschied nehmen zu können - oft ist das erst nach der gerichtsmedizinischen Untersuchung (Autopsie) möglich. Selbsthilfegruppen/Elterninitiativen bieten langfristig ihre Hilfe und Unterstützung an.

Der plötzliche Säuglingstod kann nicht vorhergesehen werden. Eltern sollten sich keinesfalls schuldig fühlen, wenn ihr Baby am SIDS stirbt. Die wissenschaftliche Forschung gibt zwar Hinweise und Anleitung für eine mögliche Risikominimierung, verhindern kann es niemand. Der tatsächliche Grund für den plötzlichen Säuglingstod ist bisher unbekannt.

Bekannte Risikofaktoren:

Risiko vermindern durch Vorbeugung:

Vereinzelt sind Fälle beschrieben, in denen Eltern im fraglichen Augenblick des Auftretens von SIDS - Kind atmete nicht und zeigte keine Reaktion - präsent waren und durch rasches Eingreifen (Reanimation) das Schlimmste verhindern konnten. Ein Lehrgang in Erster Hilfe/Reanimation empfiehlt sich für Eltern von selbst.

Bei erkennbar erhöhtem Risiko wird den Eltern meistens zu einer dauerhaften Monitorüberwachung (SIDS Monitor) des Babies im ersten Lebensjahr geraten.
Hierbei wird die Atem- und Herztätigkeit (ggf. auch die Körpertemperatur und die Sauerstoffsättigung im Blut) während des Schlafens mittels Elektroden überwacht. Bei Unregelmässigkeiten gibt das Gerät optisch und/oder akustisch Alarm.
Die modernen Geräte erlauben eine Aufzeichnung der Alarmepisoden mit der Möglichkeit der Analyse durch den Kinderarzt.
Diagnostik im Schlaflabor - hier werden schlafbezogene Atemstörungen erforscht - ist eine weitere Option der Präventivbehandlung. Nähere Informationen durch Ihre Kinderärztin/arzt oder Kinderklinik.

Quellen:
Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendheilkunde, online
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Wien, online
GEPS Deutschland, online
'Das Hebammenbuch' 3. Auflage, Mändle, Opitz-Kreuter, Wehling
The Canadian Foundation for the Study of Infant Deaths, online
American Academy of Pediatrics
SIDS Australia, online

Mehr Informationen finden Sie hier:

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