Geht's uns gut ?
Säuglings- und Müttersterblichkeit im Vergleich

Dass Mütter oder Säuglinge vor, während oder nach der Geburt sterben, ist in den wohlhabenden Industrienationen eine Seltenheit geworden. In der sogenannten Dritten Welt gehört dieses grausame Schicksal dagegen zum Alltag. In den reichen Industrieländern stirbt 1 von 4085 Frauen durch Schwangerschaft und Geburt, in Zentralafrika 1 von 13 Frauen! Immer ist der Tod einer Mutter oder eines Kindes eine Tragödie für die betroffene Familie.

Völlig unzureichende Lebensbedingungen in den Entwicklungsländern - durch Wassermangel und -verschmutzung, Hungersnot, potitische Unterdrückung, fehlende Bildungsmöglichkeiten und marode Wirtschaftslage - führen zu unvorstellbarer Not und Armut. Mangelnde oder nicht existente gesundheitliche Grundversorgung und die fehlende Fürsorge insbesondere für Frauen und Kinder sind der Grund für Krankheit und Tod junger Menschen. Frauen sind dabei eindeutig benachteiligt. In einigen Ländern, wie beispielsweise Zambia, verschlechtert sich die Situation für werdende Mütter und Babys drastisch.

100 mal mehr Frauen sterben in Zentralafrika durch Schwangerschaft und Geburt als in unseren behüteten Verhältnissen - 30 mal mehr Säuglinge als bei uns sterben in Afghanistan. Im Vergleich zu europäischen Ländern ist der Anteil der Teenager-Geburten in Zentralafrika um ein Zehnfaches höher. Während für uns Geburtshilfe eine selbstverständliche "Leistung" ist, wird in Somalia nur jede 3. Frau bei der Geburt betreut. Jährlich sterben in der Dritten Welt Millionen Kinder an Wassermangel, verschmutzten Wasserquellen oder durch unzureichende Ernährung. Die medizinische Versorgung ist in vielen Ländern mangelhaft.

Wie sicher sind Mütter und Babys auf der Welt?
Ein kleiner Eindruck:
 

Land Säuglingssterblichkeit
pro 1.000 Geburten
Müttersterblichkeit
pro 100.000 Geburten
Deutschland 4,4 12
Österreich 4,9 11
Schweiz 5,0 8
Niederlande 5,1 10
Schweden 3,4 8
Norwegen 3,8 9
Frankreich 4,5 20
Italien 4,6 11
Spanien 4,5 8
Griechenland 6,1 2
Grossbritannien 5,6 10
Finnland 3,7 6
Türkei 35 55
Polen 8,1 12
USA 6,6 12
Kanada 5,3 6
Australien 5,2 6
Neuseeland 5,3 15
Japan 3,2 12
Russische Föderation 15 75
China 31 60
Lettland 11 70
Kuba 6 24
Argentinien 17,6 85
Mexiko 25 65
Brasilien 33 260
Ghana 56 590
Marokko 50 390
Irak 103 370
Indien 68 440
Afghanistan 154 820
Elfenbeinküste 95 1.200
Zentralafrika 98 1.200
Kenia 74 1.300

Quelle: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung DWS, 2003


Fruchtbarkeitsrate - Kinder pro Frau:
Deutschland, Österreich, Italien, Polen, Russische Föd.: 1,3
Schweiz: 1,4 - Portugal: 1,5 - Holland: 1,7 - Frankreich: 1,9
Japan: 1,3 - Kanada: 1,5 - Australien: 1,7 - USA: 2,1
Mexiko: 2,9 - Indien: 3,2 - Vereinigte Arab. Emirate: 3,5
Kenia: 4,4 - Zentralafrika: 5,1 - Irak: 5,4 - Afghanistan: 6,0

Betreute Geburten
Geburtshilfe erfahren in den Industrienationen annähernd alle schwangeren Frauen, in Mexiko immerhin 86%, in Zentralafrika hingegen nur 44%, in Tansania 36% und in Somalia 34%, in manchen Gebieten Guatemalas nur 17% der Frauen.

Teenager-Schwangerschaften (Geburten)
zwischen 14 und 19 Jahre alt: 141 von 1000 Frauen in Zentralafrika, in Holland 4, in Schweden 8, in Frankreich 9 und im deutschsprachigen Raum zwischen 5 und 12 pro 1000 Geburten.

Die Anzahl der HIV infizierten Erwachsenen
liegt in den deutsprachigen und anderen reichen Ländern zwischen 0,1 und 0,5 %, in Tansania bei 7,8 %, in Südafrika bei über 20 % und in Simbabwe bei mehr als 33 %.

Überbevölkerung
Im Juni 2003 leben etwa 6.350.000.000 (sechs ein Drittel Milliarden) Menschen auf unserer Erde, in jeder Minute steigt die Zahl um etwa 150.

Quellen: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, UNFPA, UN (DESA), UNESCO, WHO, PRB, Ärzte ohne Grenzen


Weitere Daten zu mehr als 180 Ländern im Überblick:
Geburtenrate, Fruchtbarkeitsrate, Lebenserwartung,
Betreute Geburten, Verhütungsrate,Teenager-Schwangerschaften,
Bevölkerungszahlen, erwartetes Wachstum u.m.:

http://www.weltbevoelkerung.de/infothek.html > Länderdatenbank

Wassernotstand
In vielen Ländern Afrikas und Asiens ist die Versorgung mit ausreichendem und sauberen Trinkwasser seit langer Zeit so schlecht, dass jährlich mehr als 3 Millionen Kinder im Alter unter 5 Jahren durch Krankheiten sterben, die in direktem Zusammenhang mit verschmutztem oder zu wenig Wasser stehen.
Grund zur Sorglosigkeit in unseren Lebensräumen gibt es allerdings nicht.
Die DSW informiert zur globalen Wasserkrise:
http://www.weltbevoelkerung.de/infothek.html > Themenpark > Wasser

Aufklärung schafft Zukunft
Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung informiert seit über zehn Jahren über Ursachen, Auswirkungen und aktuelle Trends im Weltbevölkerungswachstum. Die DWS wurde 1991 in Hannover gegründet und unterstützt insbesondere Maßnahmen zur menschenwürdigen Verlangsamung des Weltbevölkerungswachstums, zur Stärkung der gesellschaftlichen Stellung von Frauen, zur Verbesserung der Lebenschancen von Jugendlichen und zur Begrenzung der Ausbreitung von HIV/Aids in Entwicklungsländern:

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung
http://www.weltbevoelkerung.de

State of the World's Mothers
Informationen zur aktuellen Situation von Frauen und Kindern in Krisengebieten (Save the Children Federation)
http://www.savethechildren.org/sowm2003/index.shtml


Silvia Skolik, Juni 2003


Unsere Buchempfehlung:

MENSCHENKINDER
Drei Lebensläufe, drei Welten:
Geschichten von unserer Zukunft auf dem Planeten Erde

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