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Babys sind keine kleinen Erwachsenen
RICHTIGE EINFÜHRUNG DER B(R)EIKOST

Im ersten Lebensjahr verdreifacht das Baby sein Gewicht und verdoppelt seine Größe. Diese enorme Leistung sollte durch die richtige Ernährung unterstützt werden, die praktisch das Startkapital für eine gesunde Entwicklung ist. Vergleichbar mit einem Sparkonto kann das, was in dieser Zeit nicht angelegt wurde (wie Calcium in den Knochen), später nur schwer aufgeholt werden.


Frühzeitiges Zufüttern überfordert die Verdauung

Für die gesunde körperliche und geistige Entwicklung des Babys kommt es nicht nur auf ausreichende Nährstoffzufuhr an, sondern auch auf den Zeitpunkt der Zufütterung.

Untersuchungen belegen, dass leider jedes zweite Baby im dritten Lebensmonat bereits Beikost bekommt. Dabei wird nicht berücksichtigt, dass die Verdauungsorgane noch gar nicht darauf eingestellt sind. Die Leber ist nicht ausgereift, die notwendigen Enzyme noch nicht aktiv und die Niere ist in dem Alter nicht in der Lage, die Stoffwechselprodukte konzentriert auszuscheiden. Der Magen hat durch die noch geringe Konzentration an Magensäure Schwierigkeiten, Bakterien oder Keime unschädlich zu machen. So kann ungenügende Hygiene bei der Zubereitung der Nahrung schnell Diarrhoe verursachen.

Für Eltern ist das Thema der Zufütterung "wann, was, warum, wie?" eine zentrale Frage. Unterstützung versprechen Bücher oder Informationsbroschüren der Babykost-Hersteller. Als "Laie" ist jedoch schwer einzuschätzen, welche der unterschiedlichen Empfehlungen für die persönliche Situation geeignet sind.


Langes Stillen schützt vor Allergien

Eine Überforderung des Verdauungssystems oder die Einführung ungeeigneter Lebensmittel können das Auftreten von Allergien unterstützen.
Deshalb lauten die Empfehlungen der "Forschungsgesellschaft für Kinderernährung Dortmund", Babys möglichst vier, besser sechs Monate voll zu stillen. Muttermilch stellt die optimale Nahrung für die Kleinen dar und bietet besseren Schutz vor Magen-Darm-Erkrankungen oder Infektionen der Luftwege.

Nach Rücksprache mit dem Kinderarzt und bei gutem Gedeihen des Babys soll dieses deshalb erst ab dem siebten Monat schrittweise mit einer kleinen Auswahl an Lebensmitteln gefüttert werden.

Bei allergiegefährdeten Säuglingen müssen die allgemein angegebenen Ernährungsempfehlungen individuell umgewandelt werden.
Gefährdet ist ein Säugling bereits dann, wenn ein Elternteil oder ein Geschwister an einer Allergie leidet. Durch sechsmonatiges volles Stillen und durch eine konsequente, bewusste, schrittweise Einführung bestimmter Lebensmittel stehen die Chancen jedoch besser, das Auftreten einer Allergie zu vermeiden, zu verzögern oder zumindest deren Intensität zu vermindern.


Überflüssige Zutaten

Mit Übergewicht oder bleibenden Zahnschäden ist zu rechnen, wenn früh mit zuckerhaltiger Babykost begonnen wird. Jedes dritte Kind hat mit vier Jahren bereits Karies. Außerdem ist es schwer, die süße Geschmacksvorliebe später wieder zu reduzieren. "Zuckerfrei" bedeutet übrigens nicht unbedingt, dass keine zahnschädigenden Süßungsmittel wie Honig, Glukosesirup oder Maltodextrin enthalten sind.

Um gesunde und allergenarme Nahrung aus dem wachsenden Babykost-Angebot herauszufiltern, ist die Zutatenliste der Lebensmittel äußerst genau zu studieren. Das Wissen über die Begriffe und das was sich dahinter verbirgt, ist unabdingbar.

Leider befinden sich in den meisten industriell hergestellten Breien, vor allem in pulverisierten Fertigmilch- und Obstbreien, für Säuglinge völlig überflüssige Zutaten, wie Stracciatella, Honig, Schokoladenpulver, Zimt, Maracuja. Man sollte meinen, der Brei soll den Eltern schmackhaft gemacht werden. Babys sind aber keine kleinen Erwachsenen!

Sie besitzen einen intensiven unbeeinflussten Geschmackssinn und begnügen sich (besonders, wenn sie es noch nicht anders kennen) mit dem Eigengeschmack des Lebensmittels.

Gründliche Informationen der Eltern durch intensive Zusammenarbeit von Ärzten, Hebammen, Stillgruppenleiterinnen und Ernährungsberater/
-innen kann Mütter darin bestärken, ihr Kind länger zu stillen und zum richtigen Zeitpunkt eine "richtige" Lebensmittelauswahl zu treffen. Das Resultat wären gesündere Kinder und daraus resultierend ein unbeschwerteres Familienleben.

U. Brink, Diplom-Oecotrophologin, Bergisch Gladbach

Quelle:
Hebammen Forum
www.hebammen-forum.de
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Aktualisiert: 25.11.2011  webmaster@geburtskanal.de
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