Gefahr für Schwangere: Toxoplasmose

05.05.2001- Die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) empfiehlt einen lückenlosen Toxoplasmose-Test bei Schwangeren. Mit dieser Infektionskrankheit werden in Deutschland jährlich rund 200 Kinder geboren, wie DGPI-Chef Werner Handrick am vergangenen Donnerstag in Leipzig sagte. Eine rechtzeitige Blutuntersuchung der Mutter und eine entsprechende Behandlung könne den Ausbruch der Krankheit verhindern. Der sicherste Schutz vor der Infektion sei momentan der Verzicht auf rohes Fleisch. Ein weiterer Übertragungsweg sei Katzenkot. Gemüse, Obst und Salat aus dem Garten sollten deshalb vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden.

Bei der Geburt zeigten 90 Prozent der infizierten Neugeborenen keine Symptome. Die Kinder können laut Handrick aber in den folgenden Monaten oder Jahren beispielsweise eine Entzündung der Netz- und Aderhaut bekommen oder eine nicht zu behandelnde Verzögerung in der geistigen Entwicklung aufweisen.

Der Test, den in der DDR jede Schwangere in Anspruch nehmen konnte, ist in Frankreich und Österreich bereits Routine. In Deutschland zahlen ihn die Krankenkassen nur bei begründetem Verdacht. Das Problem ist, dass die erkrankte schwangere Frau, die die Infektion an ihr Kind weitergibt, nahezu keine Symptome aufweist, sagte Handrick.

Toxoplasmose beim Säugling tritt aber nur dann auf, wenn sich die Mutter während der Schwangerschaft erstmals infiziert hat. Frauen, die bereits vorher infiziert waren, sind bei einer Schwangerschaft geschützt. In Frankreich beispielsweise sind 80 Prozent der Bevölkerung infiziert. In einer Stadt wie Leipzig tragen sicher 60 bis 70 Prozent den Erreger in sich, sagte Handrick. Die Infektion wird durch den mikroskopisch kleinen Erreger Toxoplasma gondii hervorgerufen.

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