Väter im Kreißsaal?
Patriarchale Väter sollten draußen bleiben - sie sind zu 'kopfig'.
Die drastische Zunahme von Kaiserschnitten ist nach Ansicht des Geburtsmediziners Michal Odent zum Teil auf die häufige Anwesenheit patriarchaler Väter im Kreißsaal zurückzuführen.
Um dieses Risiko zu vermeiden, das nachweislich traumatisch für das Baby ist, sollten Männer aus Sicherheitsgründen nach Ansicht des französischen Experten deshalb besser draußen bleiben.
Der Grund: Die Männer seien meist sehr geschockt, wenn sie sähen, was ihre Frauen durchmachen müssten. Immer wieder fragten sie deshalb, ob die Schmerzen noch zu ertragen seien.
Mary Newburn, Leiterin der Forschungsabteilung der britischen Geburtsstiftung, sagte dagegen, es hänge ganz von dem einzelnen Mann ab, ob seine Anwesenheit wünschenswert sei. "Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass viele Frauen davon profitieren, wenn ihre Partner dabei sind, und das als große Hilfe empfinden."
Odent gilt als Vater der "Swimmingpool-Geburt" und hat während seiner 48-Jährigen Berufspraxis bei mehr als 15 000 Geburten geholfen. In Großbritannien und anderen westlichen Ländern sind inzwischen neun von zehn Vätern bei der Geburt ihres Kindes dabei. Doch nach Ansicht von Odent sollten sie besser in der Kneipe sitzen.
Die Geburt sei ein "urzeitlicher Akt", bei dem sich die Frau ganz "fallen lassen" müsse. Matriarchale Männer, die nicht 'kopflastig' sind, konnten/können damit umgehen, aber heute ist das anders. "Die Anwesenheit eines ängstlichen Vaters stört den mentalen Zustand der Mutter. Indem er ständig rationale Fragen stellt, stimuliert der patriarchale Mann den intellektuellen Teil ihres Gehirns und unterbricht damit den natürlichen Geburtsvorgang", äußert Odent.
Sehr häufig drängen solche Männer auf ein stärkeres Eingreifen der Ärzte oder sogar auf einen Kaiserschnitt.
In Großbritannien sei die Zahl der Kaiserschnitte allein in den vergangenen drei Jahren um 33 Prozent gestiegen.
Wissenschaftsgläubige Männer:
"Männer fühlen sich besser, wenn sie wissen, dass ihre Frau alles bekommt, was medizinisch möglich ist", meint Odent. Was Frauen dagegen wirklich bräuchten, sei die Freiheit zu schreien - ohne dass ihr Mann gleich befürchte, sie lägen im Sterben.
"Es ist besser für die Frau und das Baby, wenn ihr eine andere Frau beisteht, die selbst schon Mutter ist."
Quelle:
Die Mädchenseite
http://www.maedchenseite.com
2002
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