"Bitte nicht stören!"
Für den selbstbestimmten Umgang mit Schwangerschaft.

Eine Aktion zu den Auswirkungen vorgeburtlicher Untersuchungen!
Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik

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Die Aktion "Bitte nicht stören" bietet von September 2003 bis April 2004 in vielen Städten Deutschlands eine Vielfalt von Veranstaltungen. Beraterinnen, Hebammen, Ärzten/innen, Geburtsvorbereiterinnen, Menschen aus der Selbsthilfe erleben täglich die Auswirkungen vorgeburtlicher Untersuchungen und Tests auf alle Beteiligten. Mit der Aktion "Bitte nicht stören wollen sie zur Nachdenklichkeit über Routine und Selbstverständlichkeit vorgeburtlicher Untersuchungen und Tests in der Schwangerenvorsorge anregen und Mut zur "guten Hoffnung" machen.

Risiko statt guter Hoffnung?
Schwangerschaft ist keine Krankheit und die meisten Kinder kommen gesund zur Welt. Dennoch steht in der üblichen Schwangerenvorsorge das "Risiko" im Vordergrund. Schwangeren Frauen wird eine immer größere Palette an vorgeburtlichen Untersuchungen und Tests, vor allem zur Suche nach möglichen Behinderungen des Ungeborenen angeboten. Die Auswirkungen vorgeburtlicher Diagnostik werden vielfach, auch von Medizinern/Medizinerinnen, kritisiert; dennoch werden "Screenings" in der frühen Schwangerschaft zur Zeit mit dem Versprechen "Sie wollen Sicherheit - ein neuer Test gibt sie Ihnen" offensiv auf den Markt gebracht. Screeningprogramme bedeuten, dass alle Frauen - bei denen in der Regel nichts vorliegt - sich testen lassen, damit bei einigen wenigen "etwas" gefunden wird, für das es dann in aller Regel keine Therapie gibt. Schwangere Frauen versprechen sich von der Vorsorge Sicherheit und einen guten Verlauf ihrer Schwangerschaft. Was sie mit dem Screening bekommen sind statistische Werte und bedingte Wahrscheinlichkeiten, die oftmals weder sie und nicht selten auch die AnwenderInnen umsetzen können.

Wer sonst könnte zu zweit so eins sein?
Schwangerschaft ist ein natürlicher Prozess, der Veränderungen mit sich bringt, zu dem Freude, aber auch Unsicherheiten gehören. Frauen hatten zu allen Zeiten das Vermögen, diese Lebensphase zu meistern. Sie tun dies mit ihrem Herzen, ihrem Verstand, und ihrem Körper. So verstanden sind Frauen die Expertinnnen fürs Kinderkriegen. Die Aktion möchte Frauen unterstützen, ihre Kompetenzen zu nutzen und darüber hinaus zu entdecken, was sie in der Schwangerschaft brauchen.

Auch Fürsorge ist Vorsorge!
Schwangerenvorsorge will Frauen beruhigen, dass "alles in Ordnung ist". Behinderung ist dabei zum Symbol für Bedrohung in der Schwangerschaft überhaupt geworden. In die Spirale von Angst vor Behinderung und deren Abwehr durch medizinische Kontrolle werden schwangere Frauen, ihre Partner/innen, aber auch Mediziner/innen hineingezogen. Die Unsicherheiten schwangerer Frauen beziehen sich bei genauer Betrachtung aber vielfach auf soziale Ängste. Daher sind Solidarität und Unterstützung mit die beste Vorsorge.


In diesen Städten gibt es die Aktion "Bitte nicht stören!"

Weitere Informationen unter: www.netzwerk-praenataldiagnostik.de

Das "Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik" ist ein Zusammenschluss von Beraterinnen, Hebammen, Ärzten/Ärztinnen, Mitarbeiter/innen aus der psychosozialen Arbeit, aus der Behindertenselbsthilfe, der Frauenarbeit und Erwachsenenbildung. Es setzt sich für einen achtsamen Umgang mit schwangeren Frauen und Menschen mit Behinderungen ein.

Bitte nicht stören wird koordiniert von der Arbeitsstelle Pränataldiagnostik/Reproduktionsmedizin beim Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte e.V., Brehmstraße 5-7, 40239 Düsseldorf, 0211/ 6400410, Fax: 6400420

"Bitte nicht stören" schließt an die 1000Fragen Kampagne der Aktion Mensch an. Sie wird unterstützt und gefördert mit Mitteln der Aktion Mensch. www.1000Fragen.de

August 2003

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Aktualisiert: 25.11.2011  webmaster@geburtskanal.de
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