Sicherheit durch vorgeburtliche Kontrolle?
Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik:
Was ist Pränataldiagnostik?
- Ultraschalluntersuchungen zur gezielten Suche nach Normabweichungen
- Bluttests zur Suche nach sog. Risiken, z.B. für ein Down-Syndrom:
1.-Trimester-Test; Triple-Test
- Fruchtwasserpunktion bzw. Chorionzottenbiopsie mit Suche nach sog. Chromosomenabweichungen
DNA-Analyse von Zellen des Ungeborenen
Auf den Leib gerückt
Fast jede schwangere Frau steht, ob sie es wünscht oder nicht, inzwischen vor der Frage, ob sie das in ihr heranwachsende Kind auf mögliche Behinderungen untersuchen lassen soll. Pränataldiagnostik gehört zur Routine der Schwangerenvorsorge, deren Konsequenzen werden jedoch meist nicht deutlich. Schwangere können sich dieser Selbstverständlichkeit nur schwer entziehen.
Zu Risiken und Nebenwirkungen
Fast jede schwangere Frau steht, ob sie es wünscht oder nicht, inzwischen vor der Frage, ob sie das in ihr heranwachsende Kind auf mögliche Behinderungen untersuchen lassen soll. Pränataldiagnostik gehört zur Routine der Schwangerenvorsorge, deren Konsequenzen werden jedoch meist nicht deutlich. Schwangere können sich dieser Selbstverständlichkeit nur schwer entziehen.
Was kommt nach der Diagnostik?
Für die Behinderungen, die durch Pränataldiagnostik vorhergesagt werden sollen, gibt es nur selten Behandlungsmöglichkeiten. Wenn die Diagnosen durchgeführt werden, haben viele Frauen und ihre Partner meist eine Beziehung zum Kind aufgebaut.
"Und wenn ich gesagt bekomme, dass mein Kind behindert sein wird? ... was dann ... ich finde es furchtbar, über Leben oder Sterben meines Kindes entscheiden zu müssen."
Sicherheit durch vorgeburtliche Kontrolle?
Durch vorgeburtliche Diagnostik wird vermittelt, sie könnte vor Krankheit, Leid oder Behinderung schützen. Es wird der Anschein von Planbarkeit und Risikovermeidung erweckt. Frauen wird zugemutet, Entscheidungen aufgrund von Befunden zu fällen, die über den Menschen - wenn er geboren ist - in seiner Ganzheit wenig aussagen können.
Hauptsache gesund?
In unserer Gesellschaft gelten Gesundheit und Leistungsfähigkeit als Vorraussetzung für ein erfülltes Leben. Krankheit und Behinderung werden dagegen oft gleichgesetzt mit Leid und Unglück. Menschen, die mit einer Behinderung leben, sehen dies meist anders.
"Natürlich ist nicht immer alles leicht, aber wir leben mit unserer Tochter so 'normal' wie andere Familien auch."
Ob es auch ohne geht?
Schwangere Frauen und ihre Partner müssen die Gewissheit haben, dass sie die soziale und materielle Unterstützung bekommen, die sie für sich und ihre Kinder brauchen.
Eine Schwangerenvorsorge durch Hebammen kann Frauen Mut machen und sie in ihrem Erleben und Wahrnehmen unterstützen.
"Was ich mir wünsche ist, nicht alleine zu stehen und für alles verantwortlich zu sein."
Beratung kann unterstützen
Soll ich mein Kind überhaupt testen lassen? Welche Risiken gibt es?
Was mache ich, "wenn nicht alles in Ordnung ist?". Sind die Testergebnisse immer verlässlich?
Wer kann mich unterstützen, wenn ich keine Tests will?
Mit diesen Fragen müssen Sie nicht alleine bleiben. Viele Beratungsstellen bieten Ihnen Unterstützung an.
Holen Sie sich Unterstützung
- Beratung, bevor Sie sich für eine vorgeburtliche Untersuchung entscheiden
- Begleitung, wenn sie sich entschieden haben
- Beratung, wenn Sie auffällige, beunruhigende und/oder unklare Befunde erhalten haben
- Hilfen, wenn ein Kind mit einer Behinderung geboren wird oder ist
Die Netzwerker/innen sind:
- Mitarbeiter/innen von Beratungsstellen
- Hebammen
- Ärztinnen und Ärzte
- Vertreter/innen aus kirchlichen Organisationen, aus der Wohlfahrtspflege, von Organisationen der Behindertenhilfe und der Selbsthilfe, von Fraueninitiativen, aus der Wissenschaft
Unsere Forderungen
- Eine Schwangerenbegleitung , die sich nicht an "Risiken" orientiert, sondern Frauen darin unterstützt "guter Hoffnung" zu sein.
- Sicherstellung behandlungsunabhängiger psychosozialer Beratung
- Recht auf Nicht-Wissen
Wir treten ein für
- Keine aussondernde Pränataldiagnostik in der Schwangerenvorsorge
- Keine Zulassung der PID
- Ausreichende Unterstützung für Eltern
- Integration für Kinder mit Behinderungen
- Eintreten für das Recht auf "Unvollkommenheit"
Unsere Adresse
Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik
c/o Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte e.V.
Brehmstraße 5-7
40239 Düsseldorf
Tel. 0211 - 64004-10
Fax 0211 - 64004-20
www.pnd.bvkm.de
e-mail:
ArbeitsstellePND@bvkm.de
Die vorgeburtliche Diagnostik
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