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Definition
[…] Wochenbett = Puerperium
Zeit nach der Geburt, in der sich die durch Schwangerschaft und Geburt am Körper der Frau entstandenen Veränderungen zurückbilden.
Beginn mit der Geburt der vollständigen Plazenta. Dauer etwa 6-8 Wochen, gekennzeichnet durch:
- Rückbildungsvorgänge
- Wundheilungsvorgänge
- Ingangkommen und Aufrechterhaltung der Laktation
- Wiederaufnahme der Ovarialtätigkeit […]
Quelle:
Dudenhausen, Pschyrembel 'Praktische Geburtshilfe', 19. Auflage, S. 356
Wochenfluss (Lochien)
Durch die Ablösung der Nachgeburt entsteht in der Gebärmutter eine grosse Wunde. Im frühen Wochenbett ist es daher besonders wichtig, darauf zu achten, dass diese Wunde einen normalen Heilungsablauf zeigt. Die Natur hat es so eingerichtet, dass dieser Heilungs- und Rückbildungsprozess durch das Stillen positiv beeinflusst wird. Die Blutung ist anfangs stark und blutig, im Laufe der ersten Tage nimmt die Stärke ab, die Farbe verändert sich (braunrot, bräunlich, gelblich, weißlich). Der Wochenfluss dauert etwa 4 Wochen. Der normale Geruch ist leicht fade und unaufdringlich.
Bei übelriechendem Wochenfluss
oder plötzlich auftretender starker Blutung in der Zeit des Wochenbettes wenden Sie sich bitte an eine Fachfrau/einen Fachmann.
Sauberkeit
Der Wochenfluss ist ein Wundsekret und durch seinen Weg durch die Scheide mit Bakterien angereichert. Auf eine ausreichende Hygiene ist daher zu achten: häufiges Wechseln der Binden und reichlich Händewaschen nach Kontakt, Händewaschen vor jedem Stillen und vor der Versorgung des Babys. Die Keime des Wochenflusses sollen nicht mit der Brust in Berührung kommen können, deswegen verbietet sich das Vollbad in der Zeit des Wochenbettes.
Desinfektionsmittel
sind im Normalfall nicht notwendig,
sie schaden oft mehr als sie nutzen!
Fieber im Wochenbett
ist immer und unter allen Umständen ernst zu nehmen!
Ab einer Temperatur über 37,1º C (unter der Achsel gemessen) ist bereits Kontrolle angeraten. Ab 38,0º C spricht man von 'Fieber im Wochenbett'.
Gründe können sein:
Ungenügende Rückbildung der Gebärmutter (Kontrolle des Wochenflusses, Binden aufheben!)
Infektionen des Genitaltraktes (Fortpflanzungsorgane)
Entzündungen der Brust
Harnwegsinfekte oder andere Infektionen
Bei Fieber im Wochenbett
wenden Sie sich bitte immer umgehend
an eine Fachfrau/einen Fachmann!
Nachwehen
in den ersten Tagen nach der Geburt sind normal und notwendig, damit sich die Gebärmutter wieder gut zurückbildet. Mütter nach der ersten Geburt verspüren diese Nachwehen häufig kaum oder nur als leichtes Ziehen (meistens beim Stillen), bei Mehrgebährenden können die Nachwehen auch schon mal ziemlich kräftig und schmerzhaft sein und über mehrere Tage andauern.
Rückbildungsgymnastik im Wochenbett
sollte in den ersten Tagen nach der Geburt beginnen. Erste Anleitung findet bereits im Krankenhaus/Geburtshaus (Hebammen, Krankengymnastinnen) statt. Diese spezielle Gymnastik unterstützt den Rückbildungsprozess und steigert das körperliche Wohlbefinden. Weiterführende Rückbildungskurse (über mehrere Wochen) werden von Hebammen, Frauenkliniken, Geburtshäusern, Familienbildungsstätten, Mutter-Kind-Einrichtungen u.a. angeboten. Hier lernen Sie in der Gruppe mit Gleichgesinnten sinnvolle Übungen und erhalten Anleitung für ein gutes Körpergefühl und zur Entlastung des Beckenbodens, können Kontakte knüpfen und Erfahrungen austauschen. In machen Kursen können die Babys mitgebracht werden, bei anderen können Sie die Zeit ohne Kind geniessen und sich ganz Ihrem Körper widmen.
Stimmungsschwankungen
sind nach der Geburt normal und stabilisieren sich meistens nach kurzer Zeit von alleine (Baby Blues). Von 'Himmelhochjauchzend' bis 'tief betrübt' sind alle Empfindungen beschrieben. Eine Geburt ist ein einschneidendes Erlebnis und muss erst einmal verarbeitet werden. Nehmen Sie sich Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen und fordern Sie selbst nicht zu viel von sich. Alles, was Ihnen Stress verursacht, sollten Sie sich nach Möglichkeit fernhalten.
Verhütung im Wochenbett
ist angeraten, auch wenn es meist nicht in den ersten Wochen nach der Geburt zu einem Eisprung kommt. Frauen, die stillen, bekommen häufig erst später wieder einen Eisprung als Frauen, die nicht stillen. Sicherheit und Garantie gibt es allerdings nicht. Manche Frauen haben bereits einige Wochen nach der Geburt wieder eine Regelblutung und einen normalen Zyklus. Bei den meisten dauert es allerdings mehrere Monate bis die Eierstöcke wieder ihre volle Funktion aufgenommen haben. Die für Sie in Frage kommende Verhütungsmethode besprechen Sie am besten mit Ihrer Hebamme oder Ihrer Frauenärztin/Frauenarzt.
Fasten oder Diät halten im Wochenbett
kommt überhaupt nicht in Frage, es sei denn, Sie stillen nicht und müssen Ihr Geld als Model verdienen. Sie sind nicht nach 2 Wochen wieder gertenschlank. Machen Sie sich frei von solchen unrealistischen Wunschvorstellungen. Bei ausgewogener Ernährung und mit gezielten körperlichen Übungen pendelt sich das Gewicht auf gesunde Art und Weise von alleine wieder ein. In der Stillzeit besteht ein leicht erhöhter Kalorienbedarf. Klischeevorstellungen, wie von den Medien aufgezwungen, sollten Sie jetzt vergessen. Haben Sie einfach nur etwas Geduld.
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