Babys und Hygiene – was ist genug, was ist zu viel?

Wer heutzutage durch die Reinigungsmittel- und Hygieneabteilungen der Supermärkte schlendert, findet immer mehr Desinfektionsmittel. Das gilt nicht nur für WC-Reiniger, sondern auch für andere Putzmittel und viele Produkte zum Händewaschen.

Abbildung 1: Alles, womit Babys und Kleinkinder in Berührung kommen, sollte sauber sein. Desinfektionsmittel sind in den seltensten Fällen notwendig.
Abbildung 1: Alles, womit Babys und Kleinkinder in Berührung kommen, sollte sauber sein. Desinfektionsmittel sind in den seltensten Fällen notwendig.

Hautärzte und Hygieniker sehen den Gebrauch von zu viel Desinfektionsmitteln eher kritisch. Sie weisen regelmäßig darauf hin, dass zu viel davon zu Resistenzen führen kann. Außerdem sind viele der Inhaltsstoffe bei Dauergebrauch schädlich für die Gesundheit. Das gilt umso mehr bei einem Baby. Doch wie viel Hygiene ist in einem Haushalt mit Baby notwendig?

Nach der Geburt: Babys brauchen die Liebe und Geborgenheit ihrer Eltern

Die Zeit der Schwangerschaft nähert sich dem Ende. Die Vorfreude wächst. Wenn das Baby dann das Licht der Welt erblickt hat, braucht es ausschließlich seine Eltern, die seinen Hunger stillen und ihm Liebe und Geborgenheit geben. Mindestens zwei, drei Monate vergehen, bis es in der neuen Welt wirklich angekommen ist. Spielzeuge sind in dieser Zeit überflüssig. Schließlich sind die zahlreichen neuen Eindrücke für den kleinen Erdenbürger bereits genug Unterhaltung. Häufig sind die Katze, die auf der Heizung sitzt, oder der mit Ballongas gefüllte Luftballon, der an der Decke hängt, interessanter.

Sobald das Baby aber beginnt, seine Umgebung bewusst zu entdecken, können ihm seine Eltern die ersten Spielzeuge zum Erforschen reichen. Dabei gilt: Weniger ist mehr! Ideal ist es, dem Baby ein bis zwei Spielzeuge gleichzeitig zur Verfügung zu stellen. Somit kann es sich auf die Erkundung der beiden Gegenstände konzentrieren.

Tipps für sinnvolle Babyspielzeuge

Es braucht also in den ersten Wochen und Monaten nicht viel, um das Baby glücklich zu machen. Aus Elternsicht haben sich bestimmte Spielgegenstände bewährt. Diese sind unbedenklich und bringen dem Baby viel Freude.

Spieluhr

Eine tolle Geschenkidee für Eltern und Freunde zur Geburt eines Kindes ist eine Spieluhr. Alternativ können sich die angehenden Eltern bereits in der Schwangerschaft eine Spieluhr anschaffen und diese von Zeit zu Zeit abspielen. Dadurch gewöhnt sich das Baby bereits im Bauch an die Melodie. Später wird es sie als beruhigend empfinden.

Wichtig: Die Uhr sollte dabei nie auf den Bauch gelegt werden, da dies für das noch unreife Babygehör zu laut ist!

Alter: ab etwa 4 Wochen

Mobile

Ein Mobile, das über dem Wickeltisch angebracht ist, lenkt das Baby beim Wechseln der Windel zuverlässig ab. Viele Eltern hängen ein solches Mobile auch über dem Bettchen des Babys auf. Dies ist jedoch nur dann empfehlenswert, wenn das Kind nicht so schnell überreizt. Anderenfalls könnte es das Baby überfordern.

Alter: ab etwa 8 Wochen

Schmusetier

Wer kennt es nicht, das beliebte Schmusetier? Im Allgemeinen brauchen Säuglinge noch keine Kuscheltiere. Eine Ausnahme ist das Kuscheltier mit integriertem Schmusetuch. Dieses sollte möglichst klein sein, damit es das Baby nicht ersticken kann. Nicht selten sind solche Kuscheltiere tolle Einschlafhilfen, an denen das Kind nuckeln oder herumkneten kann, bis es eingeschlafen ist.

Alter: ab etwa 8 Wochen

Greifling oder Rassel

Greiflinge und Rasseln sind meist die ersten Spielzeuge, mit denen sich Babys beschäftigen und die sie recht lange begleiten. Sie fördern

das Greifen,    
die Hand-Auge-Koordination,    
die Armbewegungen,    
das Tasten mit Mund und Händen sowie    
das Hören (falls es sich um eine Rassel handelt).

Beim Kauf ist unbedingt auf eine hochwertige Verarbeitung sowie unbedenkliche Farben und Materialien zu achten.

Alter: ab etwa 12 Wochen

Holzspielzeuge

Holzspielzeuge für Babys und Kleinkinder sind im Trend. Würfel und Bauklötze aus Holz oder süße Holztiere zum Hinterherziehen begeistern die kleinen Entdecker. Die Vorteile von Holzspielzeug liegen auf der Hand:

  • Das natürliche Material Holz ist umweltfreundlicher als Kunststoff.
     
    Holzspielzeuge lassen sich leicht reinigen.

  • Holz ist im Vergleich zu Kunststoff robuster. Spielzeuge aus Holz halten meist länger und werden nicht selten über mehrere Generationen weitergereicht.

  • Spielzeuge aus Holz sind ungefährlich für Kinder und dürfen auch mit dem Mund erkundet werden, sofern sich die Hersteller an alle Vorgaben halten.


Holzspielzeuge sind pädagogisch wertvoll. Durch die unterschiedlichen Formen und Oberflächen fördern Holzspielzeuge die verschiedenen Sinne des Kindes. Holzspielzeuge sind einfach gestaltet und überfordern das Kind nicht. Stattdessen regen sie die Kreativität an und helfen dabei, die eigene Fantasie weiterzuentwickeln. Durch die verschiedenen Varianten werden weiterhin die Hand-Auge-Koordination und die Motorik geschult. Für jedes Alter gibt es geeignete Spielzeuge. Somit werden die Kinder altersgerecht gefordert und gefördert.

Alter: ab etwa 12 Wochen beziehungsweise wenn die Hand-Augen-Koordination gut entwickelt ist.

Holzspielzeuge begeistern Kinder seit langer Zeit.

Stoffbuch

Für unterwegs eignen sich Stoffbücher hervorragend. Diese lassen sich überall mit hinnehmen und halten oft diverse eingebaute Überraschungen wie knisternde Buchseiten, Quietscher oder kleine Spiegel bereit. Somit fördern sie das Sehen und den Tastsinn.

Alter: ab etwa 16 Wochen

Worauf sollten Eltern beim Kauf von Babyspielzeug achten?

Kleinteiliges Spielzeug ist in den ersten Wochen und Monaten für Babys grundsätzlich tabu. Auch viele Hersteller achten darauf, dass sich an ihren Produkten keine kleinen Elemente wie Knöpfe, Murmeln oder Ähnliches befinden, die sich lösen könnten.

In der Regel sind Holzspielzeuge für Kinder mit ungiftigen, wasserbasierten Farben bemalt, die weder absplittern noch abfärben. Beim Kauf von bunten Spielzeugen aus Holz ist unbedingt auf die entsprechende Zertifizierung zu achten!

Was für Holz gilt, trifft auch auf Spielzeuge aus Plastik zu. Billiges Plastik enthält Schadstoffe, die Babys über Haut und Mund aufnehmen. Diese können dem kleinen Körper schaden. Eltern sollten hier keine Kompromisse machen und ausschließlich hochwertiges Plastikspielzeug kaufen.

Die CE- und GS-Zeichen sind wichtige Prüfsiegel, die Unbedenklichkeit anzeigen. Weiterhin steht das „spiel gut“-Zeichen für streng geprüftes Spielzeug. Dabei handelt es sich um eine renommierte Auszeichnung für pädagogisch wertvolles und gutes Kinderspielzeug in Deutschland. Es wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Fazit: Bei Spielzeugen für Babys ist weniger immer mehr!

Spielzeuge für Babys gibt es viele. Doch die wenigsten erfüllen einen Zweck. In den ersten Wochen brauchen Babys in der Regel kein Spielzeug. Zuerst müssen sich die Kleinen an ihre neue Umgebung sowie Mama und Papa gewöhnen. Anschließend ist es wichtig, das Kind nicht mit zu vielen Spielzeugen zu überfordern. Weniger ist mehr! So kann sich das Baby auf ein bestimmtes Spielzeug konzentrieren und dieses in aller Ruhe erkunden.

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