Elterngeld richtig beantragen: Das müssen Eltern wissen

Mit der Geburt eines Kindes, das wissen werdende Eltern schon lange vor dem ersten Schrei – wird sich so einiges ändern. Auch die finanzielle Situation der kleinen Familie ist ein Punkt, der nicht vergessen werden sollte.

So ist es meist die Mutter, die für ihr Baby aus dem Berufsleben zurücktritt und sich eine Weile lang ausschließlich um die Betreuung des Kindes kümmert. Für finanziellen Ausgleich sorgen soll hier das Elterngeld. Bei der Beantragung gibt es einige Details, die unbedingt berücksichtigt werden müssen.

Elterngeld kann erst nach der Geburt beantragt werden

Wie auch beim Kindergeld benötigen die zuständigen Stellen für die Bewilligung des Antrages auf Elterngeld die Bestätigung, dass das Baby lebend geboren wurde. Daher kann das Elterngeld erst dann beantragt werden, wenn aus einem Paar bereits Eltern geworden sind. Grundsätzlich haben Eltern,

  • die sich nach der Geburt selbst um die Betreuung kümmern,
  • höchstens dreißig Stunden pro Woche arbeiten,
  • in einem Haushalt mit dem Baby leben
  • und in Deutschland gemeldet sind

Anspruch auf diese Leistung.

Elterngeld
Das Elterngeld soll Familien finanziell entlasten. (Quelle: vborodinova (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Dass das Elterngeld rege in Anspruch genommen wird, beweisen auch Zahlen des Statistischen Bundesamtes aus dem dritten Quartal 2017. Hier bezogen in ganz Deutschland insgesamt 836.968 Frauen und 186.250 Männer Elterngeld. Auch an dieser Stelle wird deutlich, dass der Anteil der Frauen deutlich höher liegt als der der Männer. Dass Papa weiterhin arbeitet und Mama beim Baby bleibt, ist also nach wie vor die Regel. Dennoch ist es notwendig, dass beide Elternteile den fertigen Antrag unterschreiben, selbst wenn nur einer von ihnen die Leistung in Anspruch nehmen wird. Lediglich Alleinerziehende, die sich das Sorgerecht nicht mit dem anderen Elternteil teilen, sind von dieser Regelung ausgenommen.

Dass Elterngeld also erst nach der Geburt beantragt werden kann, ist logisch. Grundsätzlich haben Eltern in den ersten vierzehn Lebensmonaten ihres Babys die Möglichkeit, einen Antrag zu stellen. Wer seinen Antrag jedoch erst später einreicht, muss damit rechnen, dass einige Monate lang kein Geld in die Familienkasse fließt. So kann Elterngeld zwar auch rückwirkend gezahlt werden, das jedoch nur für die drei Monate vor der Antragsstellung. Wer beispielsweise im Juni seinen Antrag einreicht, erhält rückwirkend für März, April und Mai Geld.

Schon vor der Geburt alles in die Wege leiten

Den meisten Eltern ist es wichtig, dass das Elterngeld schon ab dem Zeitpunkt gezahlt wird, ab dem das Mutterschaftsgeld endet. Daher ist es wichtig, den Antrag möglichst zügig nach der Geburt einzureichen. Wer sich jedoch erst dann mit den notwendigen Unterlagen beschäftigt, wenn das Baby bereits zur Welt gekommen ist, gerät nicht selten in eine stressige Situation. Besser ist es daher, vorausschauend zu handeln. Genau wie auch die Kliniktasche schon einige Wochen vor der Geburt gepackt wird, sollten alle Unterlagen und der Elterngeldantrag rechtzeitig zusammengesucht, ausgefüllt und bereitgelegt werden. Dann muss alles nach der Geburt nur noch abgeschickt werden und es bleibt mehr Zeit für geruhsames Kennenlernen.

Elterngeld beantragen
Antrag und Co. sollten schon vor der Geburt zusammengestellt werden. (Quelle: tasha (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Was den Antrag auf Elterngeld betrifft, gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Jedes Land verfügt teilweise über eigene Formulare und Vordrucke, weswegen werdende Eltern am besten ihre zuständige Elterngeldstelle kontaktieren. Hier erhalten sie alle relevanten Formulare und verhindern so, dass sie unbewusst falsche Vordrucke verwenden. Die passende Elterngeldstelle finden können werdende Eltern unter familien-wegweiser.de.

Wer den Antrag auf Elterngeld stellt, muss einige Unterlagen vorlegen. Hier zu gehört unter anderem:

  • die Geburtsurkunde des Babys, die speziell zu Elterngeldzwecken ausgestellt wird,
  • Kopien der Personalausweise der Eltern,
  • den Mutterschaftsgeld-Bescheid der Krankenkasse,
  • eine Bescheinigung über die Bewilligung von Elternzeit,
  • und Einkommensnachweise aus dem Bemessungszeitraum.

Zusätzlich können Elterngeldstellen auch weitere Unterlagen verlangen, die in direktem Zusammenhang zur finanziellen Situation der Familie stehen. In Bezug auf das Einkommen müssen Eltern die Gehaltsabrechnungen der letzten zwölf Monate vor Beginn der Mutterschutzfrist vorlegen. Für Selbständige gelten eigene Regeln, sie müssen in der Regel den letzten Steuerbescheid einreichen.

Die Höhe des Elterngeldes im Blick behalten

Das Elterngeld kann eine deutliche Entlastung für das familiäre Budget bedeuten. Es ist jedoch so, dass sich werdende Eltern angesichts des doch recht umfangreichen Antrages überfordert fühlen und Fehler machen. Wie Elterngeld.de berichtet, kann ein Antrag durchaus mehr als dreißig Seiten umfassen, wobei ungeschickte Angaben auch zu finanziellen Einbußen führen können. Es ist daher nur sinnvoll, sich in Sachen Elterngeld von einer fachkundigen Beratungsstelle informieren zu lassen und Hilfe beim Ausfüllen des Antrages in Anspruch zu nehmen. So können Anträge meist schneller bearbeitet werden und die Höhe der Leistung bewegt sich auf einem angenehmeren Niveau.

Elterngeld Höhe
Ein gut formulierter Antrag kann mehr Elterngeld bedeuten. (Quelle: peter-facebook (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Wie viel Elterngeld tatsächlich gezahlt wird, errechnet sich aus den eingereichten Einkommensnachweisen. Wer zwischen 1.000 und 1.200 Euro verdient hat, erhält hiervon 67 Prozent, wobei sich höhere Einkommen leicht mindernd auf diese Prozentzahl auswirken. Das Minimum, das auch dann gezahlt wird, wenn der beantragende Elternteil nicht gearbeitet hat, beläuft sich auf rund 300 Euro beim Basiselterngeld. Auch Zuschläge für Geschwisterkinder oder Mehrlinge werden bei der Berechnung berücksichtigt.

Grundsätzlich können Eltern wählen, ob sie Basiselterngeld oder Elterngeld Plus beziehen möchten. Auch Kombinationen sind durchaus denkbar. Basiselterngeld wird für maximal 14 Monate in voller Höhe gezahlt, wobei auch der arbeitende Elternteil einen Antrag für mindestens zwei Monate stellen kann. Entscheiden sich Eltern für das sogenannte ElterngeldPlus, verlängert sich der Bezugszeitraum um das Doppelte, während sich die monatlichen Zahlungen halbieren. Zusätzlich gibt es einen Partnerschaftsbonus für Eltern, die beide berufstätig sind.

Zurück