Förderung für Familien: Worauf junge Eltern bauen sollten

Die Gründung einer Familie wird in Deutschland vielseitig gefördert. Gerade für junge Familien, die aufgrund ihres Alters noch keine größeren Rücklagen anbauen konnten, ist dies sehr wichtig.

Doch welche Förderungen gibt es und wie bekommt man sie? Gibt es gar Förderungen, die gerne vergessen werden?

Elterngeld: Zeit für den eigenen Nachwuchs

Das Elterngeld dient dazu, das fehlende Einkommen nach der Geburt des Kindes aufzufangen.  Es ist für die Elternteile gedacht, die nach der Geburt längere Zeit zu Hause bleiben oder aber die Arbeitszeit einschränken. Insgesamt wird das Elterngeld vierzehn Monate lang gezahlt, sofern beide Elternteile sich an der Betreuung beteiligen. Eltern entscheiden selbst, wie diese Zeit aufgeteilt wird. Allgemein gilt, das Elterngeld kann je Elternteil für mindestens zwei Monate bis hin zu zwölf Monate genutzt werden. Es gibt allerdings eine Neuerung:

  • ElterngeldPlus - mit dieser Variante soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestärkt werden. Diejenigen, die noch während des Elterngeldbezugs Teilzeit arbeiten gehen, haben nun die Option auf ein verlängertes Elterngeld. Die Bezugsdauer wird verdoppelt, wobei das Elterngeld monatlich halbiert wird.

Generell ist das Elterngeld antragspflichtig, Eltern erhalten es also nur, wenn sie es beantragt haben. Und wie viele andere Förderungen hängt das Elterngeld von einigen Faktoren ab. Die Voraussetzungen im Überblick:

  • Anspruch - Eltern müssen einen Wohnsitz in Deutschland haben und sich über den Bezug hinaus mit dem Kind in einem Haushalt aufhalten. Zugleich muss das Kind vom Antragsteller betreut werden. Während des Elterngeldbezugs wird keine volle Erwerbstätigkeit ausgeübt.
  • Ausnahmen - es gibt auch Elterngeld für nicht leibliche Kinder. Nach einer Adoption oder auch bei jungen Familien, die kein gemeinsames Kind haben, der neue Partner dennoch die Erziehung übernimmt, kann das Elterngeld beantragt werden.
  • Ausnahme Erwerbstätigkeit - wer sich etwas hinzuverdient oder während des Bezugs selbstständig tätig ist, dabei jedoch nicht über 30 Wochenstunden kommt, der erhält trotzdem Elterngeld.
  • Einkommensgrenzen - diese dürfen nicht überschritten werden. Alleinerziehende, die zuletzt ein zu versteuerndes Einkommen von über 250.000 Euro hatten, erhalten kein Elterngeld. Dasselbe gilt für Elternpaare mit der doppelten Einkommensgrenze.

Und wie hoch ist das Elterngeld letztendlich? Dies lässt sich nicht pauschal sagen, da sich die Leistung nach dem letzten Einkommen berechnet. Folgend die Rechnung für das Basiselterngeld:

  • Sockelbetrag - das ist der Mindestbetrag von 300,00 Euro.
  • Höchstbetrag - dieser liegt bei 1.800 Euro.
  • Grundlage - berechnet wird das Elterngeld auf dem durchschnittlichen Einkommen des vergangenen Jahres. Hier werden 65 bis 67 Prozent des Nettoeinkommens zugrunde gelegt. Bei Einkommen unter 1.000 Euro werden bis zu 100 Prozent veranschlagt.

Der Sockelbetrag bietet all den Eltern die Chance auf einen wenigstens kleinen Elterngeldbetrag, die vor der Geburt kein oder ein nur sehr geringes Einkommen hatten. Die Höchstgrenze hingegen dient dazu zu verhindern, dass der Elterngeldbetrag bei sehr gut verdienenden Eltern zu hoch ausfällt. Tiefergehende Informationen lassen sich auf dem Portal Elterngeld.de finden.

Natürlich kann das Elterngeld noch aufgestockt werden. Gibt es beispielsweise ein Geschwisterkind, welches noch keine drei Jahre alt ist, zwei Kinder unter sechs Jahren oder ein behindertes Kind unter 14 Jahren, gibt es einen Aufschlag von zehn Prozent monatlich. Dasselbe gilt für eine Mehrlingsgeburt: Je Mehrlingskind gibt es einen Aufschlag von 300,00 Euro.

Kindergeld – die Basisförderung

Neben dem Elterngeld steht Eltern auch noch das Kindergeld zu. Dieses wird unabhängig vom Elterngeld beantragt und minimiert die Elterngeldleistung nicht. Aber: Beim Bezug von Sozialleistungen wird das Kindergeld als Einkommen angerechnet, sodass diese die Leistungen  zu einem gewissen Teil kürzen. Die Formalitäten rund ums Kindergeld:

  • Voraussetzungen - Eltern haben stets einen Anspruch, wenn ein Kind von unter 18 Jahren bei ihnen lebt. Das Kind muss regelmäßig versorgt werden, wobei hier die Anspruchsteller auch Großeltern sein können.
  • Ausnahme - das Kindergeld wird unter bestimmten Voraussetzungen über das 18. Lebensjahr hinaus gezahlt, sofern das Kind sich noch in einer schulischen Ausbildung, einer Erstberufsausbildung oder im Studium befindet.
  • Auszahlung - das Kindergeld wird nur an ein Elternteil ausgezahlt, es kann zudem ans Kind gezahlt werden, wenn dieses einen eigenständigen Haushalt besitzt und sich selbst versorgt. Höhe - die aktuelle Höhe des Kindergelds beträgt bei den ersten beiden Kindern 204 Euro monatlich, beim dritten Kind 210 Euro und ab dem vierten Kind 235 monatlich.

Bei mehreren Kindern addiert sich die Kindergeldzahlung monatlich. Bei zwei Kindern beträgt es also 408 Euro im Monat.
Das Kindergeld kann rückwirkend bis zu sechs Monate beantragt werden. Der Antrag ist bei der Familienkasse online möglich, zumeist auf den Seiten der Bundesagentur für Arbeit.

Weitere Förderungen

Mittlerweile gibt es eine weitere Förderung, die insbesondere junge Eltern stärken soll, die Wohneigentum anschaffen.
Die Rede ist vom Baukindergeld:

  • Was ist das? - dieser Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden und dient der Baufinanzierung junger Eltern.
  • Höhe - je Kind werden 12.000 Euro bewilligt. Das Geld wird in zehn Jahresraten zu 1.200 Euro gezahlt.
  • Voraussetzung - der Kauf oder der Bau einer Immobilie in Deutschland seit dem 01.01.2018. Die Immobilie muss selbst genutzt werden, wobei sich die Nutzung über mindestens zehn Jahre erstreckt.
  • Ausschlüsse - es muss die erste Immobilie sein, die sich im Besitz der Antragssteller befindet. Das Kind darf noch nicht volljährig sein und muss Kindergeld beziehen.
  • Einkommensgrenze - das Baukindergeld unterliegt einer Einkommensgrenze. Bei einem Kind darf das zu versteuernde Einkommen höchstens 90.000 Euro betragen, bei weiteren Kindern erhöht sich das Einkommen um 15.000 Euro je Kind.

Für in Bayern lebende Familien gibt es eine Ausnahmeregelung, denn hier wird das Baukindergeld um 300,00 Euro erhöht. Generell lässt sich diese Förderung über die KfW beantragen.

Fazit – Familien haben Anspruch auf Förderungen

Gerade das Elterngeld sowie das Kindergeld sind für junge Familien wichtige Hilfen, um finanziell auf sicheren Beinen zu stehen. Durch die Ausweitung des Elterngelds auf das Elterngeldplus können nun auch in Teilzeit arbeitende Eltern besser planen. Das Baukindergeld richtet sich hingegen eher an Eltern, die bereits finanziell gut gestellt sind und den Kauf einer Immobilie trotz Kind in die Planung aufnehmen können.

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